Demografie · Periodensterbetafel 2023/2025

Lebenserwartung in Deutschland: wie alt Männer und Frauen werden

83,4 JahreFrauen
78,8 JahreMänner
Fernere Lebenserwartung bei Geburt aus der amtlichen Periodensterbetafel. Sie rechnet die heutige Sterblichkeit fort — sie sagt nicht voraus, wie alt ein heute geborenes Kind tatsächlich wird.
Sterbetafel 2023/2025bei GeburtMomentaufnahme, keine Prognose
Aktuell · Stand 07/2026 · wir prüfen wieder am 31.07.2027Quelle (öffnet in neuem Tab)

Ein heute in Deutschland geborener Junge hat nach der Sterbetafel 2023/2025 eine Lebenserwartung von 78,8 Jahren, ein Mädchen von 83,4 Jahren — Frauen leben also rund 4,6 Jahre länger. Das sind neue Höchstwerte nach dem leichten Rückgang in den Pandemiejahren. Eine Periodensterbetafel ist aber eine Momentaufnahme der heutigen Sterblichkeit, keine Prognose, wie alt die Neugeborenen tatsächlich werden — mit künftigem medizinischem Fortschritt dürfte es mehr sein.

Frauen (bei Geburt)
83,4 Jahre
Sterbetafel 2023/2025
Männer (bei Geburt)
78,8 Jahre
Sterbetafel 2023/2025
Abstand Frauen − Männer
4,6 Jahre
Frauen leben länger
Zuwachs seit 2010/2012
+1,1 / +0,6 J.
Männer / Frauen
Grafik · Sterbetafeln 2010/2012–2023/2025

Frauen leben länger — der Abstand schrumpft langsam

Lebenserwartung Neugeborener aus den amtlichen Periodensterbetafeln, getrennt für Männer und Frauen. Der Knick um die Pandemiejahre und die anschließende Erholung sind klar zu sehen. Wechsle bei Bedarf von der Grafik zur Tabelle mit allen Werten.

Pandemie7678808284'12'17'19'20'21'22'23'24'2583,478,8

Periodensterbetafel = Dreijahresmittel der aktuellen Sterblichkeit, keine Prognose der tatsächlichen Lebensdauer. Bundeswert; regional und nach Einkommen gibt es erhebliche Unterschiede. Der Rückgang der Tafeln 2019/2021–2021/2023 spiegelt die Corona-Pandemie. Einen amtlichen „insgesamt"-Wert weist die Tabelle nicht aus.

Einordnung · Tafeln 2018/2020–2021/2023

Die einzige Delle in einer Reihe, die sonst nur steigt

Der markierte Bereich in der Grafik ist kein Messfehler und kein Ausreißer einer einzelnen Tafel — und er bedeutet etwas anderes, als er auf den ersten Blick sagt.

Was passiert ist

Über 3 aufeinanderfolgende Sterbetafeln ist die Lebenserwartung gefallen — vom Hoch der Tafel 2018/2020 (Männer 78,64, Frauen 83,40 Jahre) auf das Tief der Tafel 2021/2023 (Männer 78,17, Frauen 82,99 Jahre). Das sind 0,47 Jahre weniger für Männer und 0,41 Jahre weniger für Frauen. In einer Reihe, die seit Jahrzehnten nur steigt, ist das die einzige mehrjährige Gegenbewegung. Sie hat einen Grund: die zusätzliche Sterblichkeit der Corona-Jahre, die in jeder Tafel steckt, die eines dieser Jahre enthält. Beide Werte liegen inzwischen wieder über dem Stand vor der Pandemie.

Was es nicht heißt

Die Delle heißt nicht, dass Menschen im Jahr 2021 im Schnitt ein halbes Jahr früher gestorben sind. Eine Periodensterbetafel rechnet die Sterblichkeit eines Dreijahreszeitraums auf ein ganzes Leben hoch — sie beantwortet die Frage „wie alt würde ein heute Geborener, wenn diese Sterblichkeit sein Leben lang gälte?“. Ein einzelnes Krisenjahr wirkt dadurch auf drei Tafeln gleichzeitig und verschwindet erst wieder, wenn es aus dem Dreijahresfenster herausgerutscht ist. Umgekehrt heißt die Erholung danach auch nicht, dass etwas aufgeholt wurde: Es ist dieselbe Rechnung mit normaleren Jahren darin.

Lebenserwartung vor, während und nach dem Rückgang der Pandemiejahre
SterbetafelMännerFrauen
2018/2020 — Hoch davor78,64 J.83,40 J.
2021/2023 — Tief78,17 J.82,99 J.
Rückgang−0,47 J.−0,41 J.
2023/2025 — heute78,82 J.83,43 J.

Periodensterbetafel = Dreijahresmittel der aktuellen Sterblichkeit, keine Prognose der tatsächlichen Lebensdauer. Bundeswert; regional und nach Einkommen gibt es erhebliche Unterschiede. Der Rückgang der Tafeln 2019/2021–2021/2023 spiegelt die Corona-Pandemie. Einen amtlichen „insgesamt"-Wert weist die Tabelle nicht aus.

Wo die Zahl endet

Eine Zahl gilt so weit, wie ihre Quelle reicht.

Sören Striewski hat diese Zahl eingelesen und gegen die Quelle geprüft.Betreibt Klarbelegt allein · 205 Quellen, jede mit Prüftermin · Wie ich arbeite
Zitieren

Sören Striewski: „Lebenserwartung in Deutschland: wie alt Männer und Frauen werden“. Klarbelegt, Stand 07/2026. https://klarbelegt.de/demografie/lebenserwartung

Der Stand ist der Stand der Daten, nicht der Tag deines Abrufs — deshalb stehen beide da. Wer den Wert selbst übernimmt, zitiert zusätzlich die amtliche Quelle: Sie steht mit Lizenz und Datum unter jeder Tabelle und jeder Grafik dieser Seite.

Zahlen einordnen

Wie die Lebenserwartung zu lesen ist

Was die Zahl zeigt

Die Werte stammen aus den Periodensterbetafeln: Sie fassen die Sterblichkeit aller Altersgruppen eines Dreijahreszeitraums zusammen und rechnen daraus, wie alt ein heute Geborener im Schnitt würde, wenn diese Sterblichkeit sein Leben lang gälte. Frauen leben durchgängig länger als Männer, der Abstand schrumpft langsam.

Wie du sie liest

Es ist eine Momentaufnahme, keine Vorhersage. Weil Medizin und Lebensbedingungen sich weiter verbessern dürften, wird die tatsächliche Lebenserwartung heute Geborener voraussichtlich höher liegen als der Tafelwert. Der Rückgang in den Tafeln um 2020–2022 spiegelt die zusätzliche Sterblichkeit der Corona-Pandemie.

Wo die Grenze liegt

Die Tafel gilt für den Bundesdurchschnitt; regional und je nach Einkommen und Bildung gibt es erhebliche Unterschiede (mehrere Jahre). „Lebenserwartung bei Geburt“ ist nur ein Punkt der Tafel — die fernere Lebenserwartung mit 65 fällt anders aus. Ein Dreijahresmittel glättet einzelne Krisenjahre.

Welche Erhebung misst was →
Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie hoch ist die Lebenserwartung in Deutschland (2023/2025)?

Nach der aktuellen Periodensterbetafel 2023/2025 liegt die Lebenserwartung bei Geburt für Jungen bei 78,8 Jahren und für Mädchen bei 83,4 Jahren. Das sind neue Höchstwerte.

Wird ein heute geborenes Kind wirklich nur so alt?

Vermutlich älter. Die Periodensterbetafel unterstellt die heutige Sterblichkeit für das ganze Leben. Verbessert sich die Medizin weiter — wie in der Vergangenheit —, steigt die reale Lebenserwartung über den Tafelwert. Die Tafel ist eine Momentaufnahme, keine Prognose.

Warum ist die Lebenserwartung zwischenzeitlich gefallen?

Die Corona-Pandemie erhöhte 2020–2022 die Sterblichkeit, das drückte die Tafelwerte leicht. Mit dem Abklingen der Pandemie sind sie wieder gestiegen und liegen nun über dem Vor-Pandemie-Niveau.

Warum leben Frauen länger als Männer?

Der Abstand beträgt aktuell rund 4,6 Jahre. Ursachen sind ein Bündel: unterschiedliche Risiken in Beruf und Verhalten (etwa Rauchen, Unfälle), biologische Faktoren und historisch verschiedene Belastungen. Der Abstand war früher größer und schrumpft langsam.

Das fragen sich viele als Nächstes

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