Staat & Gesellschaft · Kirchenmitglieder
Kirchenmitglieder 2025: 43,8 % der Bevölkerung
Ende 2025 gehörten noch 36,62 Millionen Menschen einer der beiden großen Kirchen an — 43,8 % der Bevölkerung. Ausgetreten sind in diesem Jahr rund 657.000 Menschen; gesunken ist die Mitgliederzahl aber um 1,13 Millionen. Die Differenz sind ganz überwiegend Sterbefälle.
657.000 Austritte — aber 1,13 Millionen weniger Mitglieder. Die Differenz sind fast ausschließlich Sterbefälle, denen zu wenige Taufen gegenüberstehen.
Die vier Bewegungen einzeln →36,62 Mio. Mitglieder — 1,13 Mio. weniger als im Vorjahr
Die Zahl der Katholiken und der EKD-Mitglieder zum Stichtag 31. Dezember, jeweils von den Kirchen selbst erhoben. Der Abstand zwischen beiden ist klein: 19,22 Millionen zu 17,4 Millionen.
Kurzfassung: Gestapelte Balken für zwei Stichtage: Ende 2024 37,75 Millionen Mitglieder, Ende 2025 36,62 Millionen — ein Rückgang um 1,13 Millionen.
katholisch evangelisch
| Stichtag 31.12. | katholisch | evangelisch | zusammen |
|---|---|---|---|
| 2025 (43,8 % der Bevölkerung) | 19.219.601 Mitglieder | 17.400.000 Mitglieder | 36.619.601 Mitglieder |
| 2024 (45,2 % der Bevölkerung) | 19.769.237 Mitglieder | 17.980.000 Mitglieder | 37.749.237 Mitglieder |
| Stichtag | katholisch | Anteil | evangelisch | Anteil | zusammen | Anteil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2025 | 19.219.601 | 23,0 % | 17.400.000 | 20,8 % | 36.619.601 | 43,8 % |
| 2024 | 19.769.237 | 23,7 % | 17.980.000 | 21,5 % | 37.749.237 | 45,2 % |
⚠ Die Prozentwerte sind die von den Kirchen ausgewiesenen Anteile an der Bevölkerung Deutschlands zum jeweiligen Stichtag. Beide Kirchen erheben ihre Zahlen selbst — eine amtliche Statistik der Kirchenmitgliedschaft gibt es nicht, und die Zählweisen sind nicht in jedem Detail deckungsgleich. Der evangelische Wert für 2025 ist von der EKD gerundet veröffentlicht, der katholische auf die Person genau.
Austritte erklären nur 58 % des Rückgangs
Die vier Bewegungen eines Jahres, am Beispiel der EKD — sie veröffentlicht als einzige alle vier einzeln. Nicht die Austritte sind der größte Abgang, sondern die Sterbefälle; und die Zugänge aus Taufen und Aufnahmen gleichen davon nur einen kleinen Teil aus.
| Bewegung | Personen | Richtung |
|---|---|---|
| Austritte | 350.000 | Abgang |
| Sterbefälle | 330.000 | Abgang |
| Taufen | 105.000 | Zugang |
| Aufnahmen | 16.000 | Zugang |
| erklärter Rückgang | 559.000 | Abgänge minus Zugänge |
| ausgewiesener Rückgang | 580.000 | Differenz von 21.000 nicht aufgeschlüsselt |
Dass die EKD-Bilanz nicht restlos aufgeht, steht hier ausdrücklich dabei: Alle vier Werte veröffentlicht die EKD gerundet. Ihre Bilanz erklärt rund 559.000 des ausgewiesenen Rückgangs von rund 580.000 — der Rest entfällt auf Wanderungen und Bestandsbereinigungen und wird nicht getrennt ausgewiesen. Die Lücke von rund 21.000 Personen auf die vier Ströme zu verteilen wäre bequemer — aber es wäre eine Zahl, die niemand erhoben hat.
⚠ Alle vier Bewegungen veröffentlicht die EKD gerundet — die Bilanz kann deshalb nicht auf die Person genau aufgehen. Die katholische Kirche weist ihre Bewegungen anders aus; für sie steht auf dieser Seite nur die Austrittszahl (307.117). Der Vergleich Austritte gegen Rückgang bezieht sich auf beide Kirchen zusammen, die vier Bewegungen nur auf die EKD.
Der Anteil steigt, die Zahl sinkt
6,8 % der Katholiken besuchten 2025 den Sonntagsgottesdienst — 6,6 % waren es 2024. Gekommen sind trotzdem weniger Menschen — rund 1,3 Millionen statt 1,31 Millionen, also 2.000 weniger. Dasselbe Muster wie bei der Kirchensteuer — der Nenner schrumpft schneller als der Zähler.
von 6,6 % auf 6,8 % — gezählt an einem Stichsonntag, bezogen auf die Katholikenzahl
von 1,31 Mio. auf 1,3 Mio. — dieselbe Erhebung, andere Richtung
| Anlass | 2025 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Erstkommunion | 152.357 | 151.702 | +0,4 % |
| Taufen | 109.028 | 116.274 | −6,2 % |
| Firmungen | 105.334 | 105.041 | +0,3 % |
| Trauungen | 19.478 | 22.513 | −13,5 % |
Die vier Zahlen bewegen sich sehr unterschiedlich, und das ist kein Zufall: Erstkommunion und Firmung betreffen Kinder und Jugendliche, die längst getauft sind — sie bilden ab, wie viele vor acht bis vierzehn Jahren getauft wurden, und bleiben deshalb stabil. Taufen und Trauungen sind Entscheidungen von heute; sie brechen entsprechend schneller ein. Für die Zukunft des Mitgliederbestands ist die Taufzahl die entscheidende Größe: Sie ist der einzige nennenswerte Zugang, den die Kirchen haben.
⚠ Alle Werte stammen aus der Kirchenstatistik der Deutschen Bischofskonferenz und betreffen ausschließlich die katholische Kirche — die EKD erhebt ihre Teilnahmezahlen anders und veröffentlicht sie nicht in dieser Gliederung. Es sind vorläufige Zahlen. Der Gottesdienstbesuch wird an einem Stichsonntag gezählt und auf die Katholikenzahl bezogen — ein Anstieg des Anteils kann deshalb allein daher rühren, dass der Nenner schrumpft. Genau dieser Fall liegt hier vor, und die Seite zeigt beide Größen deshalb nebeneinander statt nur die Quote.
20,38 Mio. Mitglieder weniger als 1992
Ein Fernwert statt einer Kurve: Für 1992 sind rund 57 Millionen Mitglieder beider Kirchen ausgewiesen, für Ende 2025 sind es 36,62 Millionen. Eine lückenlose Reihe dazwischen zeigt diese Seite bewusst nicht — belegt sind der Fernwert und die beiden jüngsten Stichtage, und drei Punkte mit 33 Jahren Abstand ergeben keinen Verlauf, den man zeichnen dürfte.
Mitglieder beider Kirchen zusammen
43,8 % der Bevölkerung — 33 Jahre später
Der Anteil ist dabei noch stärker gefallen als die absolute Zahl: Die Bevölkerung Deutschlands ist im selben Zeitraum gewachsen, die Zahl der Kirchenmitglieder gesunken. Und der Rückgang hat sich beschleunigt — bis Mitte der 2010er-Jahre verloren beide Kirchen zusammen rund ein Prozent ihrer Mitglieder im Jahr, seit 2022 sind es rund drei Prozent, bei beiden Konfessionen gleichermaßen.
⚠ Auswertung der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) — gegenüber den Kirchenzahlen eine Sekundärquelle. Fernwert und aktuelle Werte stammen damit aus zwei verschiedenen Erhebungen; die Differenz ist als Größenordnung zu lesen, nicht auf die Person genau. Zwischen 1992 und 2024 zeigt diese Seite keine Werte — deshalb steht hier auch keine Kurve.
Bis 2060: Halbierung — so die gemeinsame Projektion beider Kirchen
Das Freiburger Forschungszentrum Generationenverträge hat im Auftrag von EKD und Verband der Diözesen die erste abgestimmte Langfristprojektion für alle 20 evangelischen Landeskirchen und 27 (Erz-)Bistümer erstellt. Bis 2060 halbieren sich Mitgliederzahl und reale Kirchensteuerkraft beider Kirchen.
Für die Finanzen heißt das: Die heutigen Rekordeinnahmen sind ein Zwischenstand, kein Trend. Solange die geburtenstarken Jahrgänge im Erwerbsleben stehen, trägt ihre Einkommensteuer das Kirchensteueraufkommen von 12,84 Mrd. €. Mit ihrem Übergang in den Ruhestand fällt diese Grundlage weg — zur selben Zeit, zu der die Pensionsverpflichtungen für Kleriker und Kirchenbeamte ihren Höchststand erreichen.
⚠ Eine Projektion aus dem Jahr 2019 mit Basisjahr 2017, keine Fortschreibung des heutigen Standes. Die Austrittswellen der Jahre danach lagen teils über dem damals angenommenen Pfad. Diese Seite nennt deshalb bewusst keine Jahreswerte aus der Studie als Prognose, sondern nur ihre Richtungsaussage.
Austritt und Mitgliederschwund sind zwei Zahlen
Die Seite zeigt den Mitgliederbestand beider Kirchen zum 31. Dezember und die Bewegungen, die dahinterstehen. Ende 2025: 19,22 Millionen Katholiken (23,0 % der Bevölkerung) und 17,4 Millionen EKD-Mitglieder (20,8 %), zusammen 43,8 %. Ein Jahr zuvor waren es noch 45,2 %.
Die meistgenannte Zahl ist die falsche. Rund 657.000 Austritte stehen einem Bestandsrückgang von 1,13 Millionen gegenüber: Austritte erklären damit 58 % des Rückgangs, die übrigen 473.000 entfallen fast vollständig darauf, dass mehr Mitglieder sterben, als getauft oder aufgenommen werden. Wer beide Zahlen verwechselt, meldet ungefähr das Doppelte — deshalb steht auf dieser Seite jede Bewegung einzeln. Dasselbe Muster steckt im Gottesdienstbesuch: Der Anteil der Katholiken, die sonntags kommen, ist 2024 auf 2025 von 6,6 % auf 6,8 % gestiegen — absolut kamen trotzdem weniger Menschen. Der Anteil steigt, weil der Nenner schneller schrumpft als der Zähler.
Beide Kirchen erheben ihre Zahlen selbst; eine amtliche Statistik der Kirchenmitgliedschaft gibt es nicht, und die Zählweisen sind nicht in jedem Detail deckungsgleich. Die EKD veröffentlicht ihre Bewegungen gerundet: Austritte, Sterbefälle, Taufen und Aufnahmen erklären zusammen 559.000 des ausgewiesenen Rückgangs von 580.000 — die verbleibenden rund 21.000 entfallen auf Wanderungen und Bestandsbereinigungen und werden nicht getrennt ausgewiesen. Diese Lücke steht hier ausdrücklich da, statt stillschweigend auf die vier Ströme verteilt zu werden. Der Vergleichswert für 1992 stammt aus einer Auswertung Dritter und ist gegenüber den Kirchenzahlen eine Sekundärquelle.
Kurz beantwortet
Wie viele Menschen sind 2025 aus der Kirche ausgetreten?
Rund 657.000 — 307.117 aus der katholischen Kirche und rund 350.000 aus den evangelischen Landeskirchen. Das ist ungefähr das Niveau des Vorjahres. Nicht zu verwechseln mit dem Mitgliederrückgang: Der lag bei 1,13 Millionen, weil zusätzlich zu den Austritten deutlich mehr Mitglieder starben, als getauft oder aufgenommen wurden.
Warum ist der Mitgliederrückgang fast doppelt so hoch wie die Zahl der Austritte?
Wegen der Altersstruktur. Kirchenmitglieder sind im Schnitt deutlich älter als die Gesamtbevölkerung, entsprechend hoch ist die Zahl der Sterbefälle — allein in der EKD rund 330.000 im Jahr 2025. Dem stehen nur noch rund 121.000 Taufen und Aufnahmen gegenüber. Austritte erklären deshalb nur 58 % des Rückgangs; der Rest ist Demografie.
Wie viel Prozent der Deutschen sind noch in der Kirche?
Ende 2025 waren es 43,8 % — 23,0 % katholisch und 20,8 % evangelisch. Ein Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 45,2 %. Damit gehört erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung keiner der beiden großen Kirchen an.
Welche Kirche hat mehr Mitglieder?
Die katholische: 19,22 Millionen gegenüber 17,4 Millionen in den 20 evangelischen Landeskirchen. Der Abstand ist klein und schrumpft langsam — im letzten Jahr verlor die evangelische Kirche 580.000 Mitglieder, die katholische 550.000. Bei den Staatsleistungen dreht sich das Verhältnis übrigens um: Dort bekommt die evangelische Kirche den größeren Anteil.
Wie viele Mitglieder haben die Kirchen langfristig verloren?
1992 gehörten noch rund 57 Millionen Menschen einer der beiden Kirchen an, Ende 2025 sind es 36,62 Millionen — ein Verlust von rund 20,38 Millionen in 33 Jahren. Die Bevölkerung Deutschlands ist im selben Zeitraum gewachsen, der Anteil ist also noch stärker gefallen als die absolute Zahl.
Wie geht es weiter — was sagen die Prognosen?
Die gemeinsam von EKD und Bischofskonferenz beauftragte Projektion des Freiburger Forschungszentrums Generationenverträge kommt zu dem Ergebnis: Bis 2060 halbieren sich Mitgliederzahl und reale Kirchensteuerkraft beider Kirchen. Wichtiger als die Zahl ist der zweite Befund — Mehr als die Hälfte des Rückgangs ist nach der Projektion nicht demografisch bedingt, sondern hängt an Taufen, Austritten und Aufnahmen. Zu beachten ist das Alter der Studie: Sie stammt aus dem Jahr 2019 mit Basisjahr 2017, die Austrittswellen der Jahre danach lagen teils über dem damals angenommenen Pfad.
Wie viele Kirchenmitglieder gehen überhaupt noch in den Gottesdienst?
Gezählt wird das nur auf katholischer Seite: 2025 besuchten 6,8 % der Katholiken den Sonntagsgottesdienst — rund 1,3 Millionen Menschen. Bemerkenswert ist die Richtung: Der Anteil ist gegenüber 2024 gestiegen (6,6 %), die absolute Zahl aber gesunken. Beides stimmt, weil die Zahl der Katholiken schneller fällt als die Zahl der Gottesdienstbesucher. Die EKD erhebt ihre Teilnahmezahlen anders und veröffentlicht sie nicht in dieser Form.
Wie entwickeln sich Taufen, Trauungen und Firmungen?
Sehr unterschiedlich. In der katholischen Kirche sind 2025 die Trauungen am stärksten eingebrochen (19.478, −13,5 % gegenüber dem Vorjahr), die Taufen folgen mit 109.028 (−6,2 %). Erstkommunion und Firmung sind dagegen fast stabil geblieben. Das ist kein Zufall: Erstkommunion und Firmung betreffen Kinder, die längst getauft sind — sie bilden die Vergangenheit ab. Die Taufzahl bildet die Zukunft ab, und sie ist die Größe, die über den Bestand in dreißig Jahren entscheidet.
Was kostet der Kirchenaustritt und wo erkläre ich ihn?
Erklärt wird der Austritt je nach Bundesland beim Standesamt oder beim Amtsgericht; fällig wird eine amtliche Verwaltungsgebühr zwischen 0 € und rund 36 €. Die Kirchensteuerpflicht endet danach je nach Landesrecht mit Ablauf des Austrittsmonats oder einen Monat später. Die Gebühren und die zuständige Stelle je Bundesland stehen auf der Kirchensteuer-Seite.