Rente & Alterssicherung · Ableitung
Rente nach 45 Jahren Mindestlohn
Wer 45 Jahre lang 40 Stunden die Woche zum gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 € arbeitet, sammelt 25,05 Entgeltpunkte und kommt damit auf 1.065 € Bruttorente im Monat — nach Kranken- und Pflegeversicherung bleiben 927,08 € Zahlbetrag. Die Standardrente, mit der die Rentenversicherung rechnet, liegt bei 1.913 € brutto.
Die Rentenversicherung rechnet mit der Standardrente: 45 Jahre zum Durchschnittsverdienst, also 45 Entgeltpunkte. Das sind 1.913 € brutto im Monat. Ein Erwerbsleben zum Mindestlohn erreicht davon 56 Prozent.
Zum aktuellen Rentenwert →Von der Stunde zur Rente — jeder Schritt einzeln
Die Rentenformel ist eine Multiplikation, und jede ihrer Zutaten steht in einem Gesetz. Deshalb steht hier jeder Zwischenwert: Wer eine Zahl anzweifelt, sieht sofort, an welcher Zeile es hängt.
| Schritt | Wert | Woher er kommt |
|---|---|---|
| Stundenlohn | 13,90 € | gesetzlicher Mindestlohn seit 1.01.2026 |
| Bruttolohn im Jahr | 28.912 € | 13,90 € × 40 Stunden × 52 Wochen |
| Durchschnittsentgelt | 51.944 € | Verdienst aller Versicherten 2026 (vorläufig) — Anlage 1 SGB VI |
| Entgeltpunkte je Jahr | 0,5566 | 28.912 € ÷ 51.944 € |
| Entgeltpunkte nach 45 Jahren | 25,047 | 0,5566 × 45 |
| Bruttorente im Monat | 1.065 € | 25,047 × 42,52 € Rentenwert (§ 64 SGB VI) |
| Krankenversicherung | − 93,19 € | halber allgemeiner Satz plus halber Zusatzbeitrag (§ 249a SGB V) |
| Pflegeversicherung | − 44,73 € | voller Satz, kinderlos, trägt die rentenbeziehende Person allein (§ 59 SGB XI) |
| Zahlbetrag im Monat | 927,08 € | vor Einkommensteuer, ohne Grundrentenzuschlag |
Kurzform: 13,90 € × 40 Std. × 52 Wochen = 28.912 € im Jahr · 28.912 € ÷ 51.944 € = 0,5566 Entgeltpunkte je Jahr · × 45 Jahre = 25,047 Punkte · × 42,52 € Rentenwert = 1.065 € Bruttorente im Monat. Wie wir rechnen
⚠ Momentaufnahme des Rechtsstands 2026, keine Prognose. Ohne Grundrentenzuschlag (§ 76g SGB VI), ohne Kindererziehungszeiten, vor Einkommensteuer. Das Durchschnittsentgelt 2026 ist vorläufig festgesetzt.
Teilzeit wirkt in der Rente im selben Verhältnis wie im Lohn
Die Rentenformel kennt keine Teilzeit — sie kennt nur Entgeltpunkte. Wer die Hälfte der Stunden arbeitet, sammelt die Hälfte der Punkte und bekommt die Hälfte der Rente. Alle Werte für 45 Beitragsjahre zum Mindestlohn.
⚠ Euro je Monat, Null-Baseline. Zahlbetrag vor Einkommensteuer, kinderlos gerechnet (voller Pflegebeitrag). Ohne Grundrentenzuschlag.
Was nach dem Regelbedarf für die Wohnung bleibt
Der naheliegende Vergleich „Rente gegen Grundsicherung“ scheitert an der Miete: In der Grundsicherung kommt die angemessene Unterkunft zum Regelbedarf hinzu, bei der Rente muss sie daraus bezahlt werden. Was angemessen ist, legt jede Kommune selbst fest — deshalb setzen wir hier keine Miete ein, sondern zeigen, wie viel Miete der Zahlbetrag trägt.
| Arbeitszeit | Zahlbetrag je Monat | Regelbedarfsstufe 1 | Bleibt für Miete und Heizung |
|---|---|---|---|
| 20 Wochenstunden | 463,54 € | 563 € | -99,46 € |
| 30 Wochenstunden | 695,23 € | 563 € | 132,23 € |
| 35 Wochenstunden | 811,15 € | 563 € | 248,15 € |
| 38 Wochenstunden | 880,78 € | 563 € | 317,78 € |
| 40 Wochenstunden | 927,08 € | 563 € | 364,08 € |
Bei 40 Wochenstunden bleiben 364,08 € im Monat für Miete und Heizung. Das reicht in keiner deutschen Großstadt für eine Warmmiete — wer mehr zahlt, steht schlechter da als in der Grundsicherung und hat möglicherweise Anspruch auf aufstockende Leistungen. Bei 20 Wochenstunden deckt der Zahlbetrag nicht einmal den Regelbedarf.
⚠ Der Regelbedarf ist nicht der ganze Bedarf: Mehrbedarfe und einmalige Leistungen sind nicht enthalten, und die Grundsicherung im Alter rechnet zusätzlich Vermögen und Unterhaltsansprüche an. Ob ein Anspruch besteht, entscheidet der Bescheid.
Die Lücke zur Standardrente wächst mit jedem Beitragsjahr
Beide Linien sind Geraden — die Rentenformel ist eine Multiplikation ohne Ausgleich. Wer je Jahr gut den halben Durchschnittsverdienst erreicht, bleibt auf halber Höhe, und der Abstand in Euro wird mit jedem Jahr größer statt kleiner.
Kurzfassung: Nach 45 Beitragsjahren stehen 1.065 € Bruttorente gegen 1.913 € bei durchschnittlichem Verdienst.
45 Jahre1.065 €Vollzeit zum Durchschnittsentgelt: 1.913 €
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Vollzeit zum Mindestlohn (40 Std.) Vollzeit zum Durchschnittsentgelt
| Beitragsjahre | Vollzeit zum Mindestlohn (40 Std.) | Vollzeit zum Durchschnittsentgelt |
|---|---|---|
| 0 | 0 € | 0 € |
| 5 | 118 € | 213 € |
| 10 | 237 € | 425 € |
| 15 | 355 € | 638 € |
| 20 | 473 € | 850 € |
| 25 | 592 € | 1.063 € |
| 30 | 710 € | 1.276 € |
| 35 | 828 € | 1.488 € |
| 40 | 947 € | 1.701 € |
| 45 | 1.065 € | 1.913 € |
⚠ Bruttorente in Euro je Monat, Null-Baseline. Beide Reihen zum Rechtsstand 2026 — reale Erwerbsbiografien mischen Jahre mit sehr verschiedenen Entgeltpunkten.
Was diese Rechnung sagt — und was nicht
Die Rentenformel (§ 64 SGB VI) ist eine Multiplikation: Entgeltpunkte × Rentenwert. Einen Entgeltpunkt bekommt, wer ein Jahr lang genau das Durchschnittsentgelt aller Versicherten verdient. Ein Vollzeitjahr zum Mindestlohn bringt 0,5566 Punkte — gut die Hälfte. Genau diese Hälfte zieht sich durch: Am Ende steht gut die Hälfte der Standardrente. Die Rentenversicherung gleicht niedrige Löhne nicht aus, sie bildet sie ab.
Das ist eine Momentaufnahme des heutigen Rechtsstands, keine Vorhersage. Gerechnet wird, als hätte jemand alle 45 Beitragsjahre zum heutigen Mindestlohn gearbeitet und ginge heute in Rente. Wer die Zahl als „so viel Rente bekomme ich in 45 Jahren“ liest, liest sie falsch: Bis dahin steigen Mindestlohn, Durchschnittsentgelt und Rentenwert gemeinsam. Aussagekräftig ist nicht der Euro-Betrag, sondern das Verhältnis — und das ändert sich nur, wenn der Mindestlohn schneller steigt als die Durchschnittslöhne.
Die Rechnung kennt nur Beitragsjahre zum Mindestlohn. Sie enthält keine Kindererziehungs- und Pflegezeiten, keine Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Krankheit und keine betriebliche oder private Vorsorge. Vor allem fehlt der <b>Grundrentenzuschlag</b> (§ 76g SGB VI): Er greift ab 33 Jahren Grundrentenzeiten bei durchschnittlich 0,3 bis 0,8 Entgeltpunkten je Jahr — ein Erwerbsleben zum Mindestlohn liegt genau in diesem Fenster. Wie hoch der Zuschlag ausfällt, hängt vom Einkommen des Haushalts ab und lässt sich pauschal nicht rechnen; die Beträge hier sind deshalb die Untergrenze. Der Zahlbetrag ist außerdem der Wert vor Einkommensteuer. Keine Rentenberatung — maßgeblich ist die Auskunft der Deutschen Rentenversicherung.
Kurz beantwortet
Wie viel Rente bekomme ich nach 45 Jahren Mindestlohn?
1.065 € brutto im Monat, wenn du 45 Jahre lang Vollzeit mit 40 Wochenstunden zum Mindestlohn von 13,90 € gearbeitet hast. Nach Kranken- und Pflegeversicherung bleiben 927,08 € Zahlbetrag; die Einkommensteuer ist dabei noch nicht abgezogen. Ein möglicher Grundrentenzuschlag kommt hinzu.
Liegt diese Rente unter der Grundsicherung?
Nicht der Regelbedarf allein: Der Zahlbetrag von 927,08 € liegt über der Regelbedarfsstufe 1 von 563 €. Entscheidend ist aber die Wohnung — in der Grundsicherung kommt die angemessene Miete zum Regelbedarf hinzu, bei der Rente muss sie daraus bezahlt werden. Für Miete und Heizung bleiben 364,08 € im Monat. Wer mehr Warmmiete zahlt, steht schlechter da als in der Grundsicherung und hat möglicherweise Anspruch auf aufstockende Leistungen.
Warum ist es nur gut die Hälfte der Standardrente?
Weil die Rentenformel linear ist. Ein Vollzeitjahr zum Mindestlohn bringt gut ein halbes Entgeltpunkt, ein Jahr zum Durchschnittsentgelt genau einen. Die Rentenversicherung spiegelt die Erwerbsbiografie, sie korrigiert sie nicht — der einzige eingebaute Ausgleich für niedrige Löhne ist der Grundrentenzuschlag.
Was ändert sich bei 30 Wochenstunden?
Die Rente sinkt im selben Verhältnis wie die Stunden: Bei 30 Wochenstunden bleiben 695,23 € Zahlbetrag. Teilzeit wirkt in der Rente also doppelt — weniger Lohn heute und derselbe Faktor weniger Rente später.
Ab wie vielen Beitragsjahren deckt die Rente den Regelbedarf?
Rechnerisch ab 23,8 Jahren Vollzeit zum Mindestlohn erreicht die Bruttorente die Regelbedarfsstufe 1 von 563 €. Das ist eine Rechengröße, keine Empfehlung: Die Wohnkosten sind darin nicht enthalten.