Staat & Wahlen · 21 Bundestagswahlen · 1949–2025
Bundestagswahlen seit 1949: Wahlbeteiligung, Sitze, Frauenanteil
Bei der Bundestagswahl 2025 lag die Wahlbeteiligung bei 82,5 % — der höchste Wert seit 1987. Gewählt wurden 630 Abgeordnete, darunter 204 Frauen (32,4 %). Den Höchststand der Beteiligung hält bis heute 1972 mit 91,1 %, den Tiefstand 2009 mit 70,8 %.
Bundestagswahl 2025
Zwischen dem Tiefstwert 2009 und dem Höchstwert 1972 liegen gut 20 Prozentpunkte — mehr als zwischen zwei beliebigen aufeinanderfolgenden Wahlen.
Zur Zeitreihe →Die Wahlbeteiligung ist keine Einbahnstraße
Anteil der Wählenden an den Wahlberechtigten bei jeder Bundestagswahl. Die Punkte sitzen auf der Jahresachse und nicht in gleichen Abständen — zwischen zwei Wahlen liegen nicht immer vier Jahre. Nach dem Tiefpunkt 2009 ist die Beteiligung wieder gestiegen. Wechsle bei Bedarf zur Tabelle mit allen Werten.
Kurzfassung: Von 78,5 % im Jahr 1949 auf 82,5 % im Jahr 2025.
202582,5 %
Tippen oder Pfeiltasten: Wert je Jahr.
| Jahr | Wahlbeteiligung (%) |
|---|---|
| 1949 | 78,5 % |
| 1953 | 86,0 % |
| 1957 | 87,8 % |
| 1961 | 87,7 % |
| 1965 | 86,8 % |
| 1969 | 86,7 % |
| 1972 | 91,1 % |
| 1976 | 90,7 % |
| 1980 | 88,6 % |
| 1983 | 89,1 % |
| 1987 | 84,3 % |
| 1990 | 77,8 % |
| 1994 | 79,0 % |
| 1998 | 82,2 % |
| 2002 | 79,1 % |
| 2005 | 77,7 % |
| 2009 | 70,8 % |
| 2013 | 71,5 % |
| 2017 | 76,2 % |
| 2021 | 76,6 % |
| 2025 | 82,5 % |
⚠ Die Wahlbeteiligung zählt abgegebene Stimmen, keine Zustimmung — sie sagt nichts darüber, wie zufrieden die Wählenden mit dem Angebot waren.
Warum der Bundestag wuchs — und warum er wieder schrumpfte
Von 662 Sitzen (1990) war der Bundestag bis 2021 auf 736 angewachsen — Folge von Überhang- und Ausgleichsmandaten, die entstehen, wenn eine Partei mehr Wahlkreise gewinnt, als ihr nach Zweitstimmen zusteht. Die Wahlrechtsreform 2023 hat beides abgeschafft und die Größe auf feste 630 Sitze gedeckelt. Der Rückgang ab 2025 ist deshalb eine Rechtsänderung und kein Wählerverhalten.
Warum die Reihe erst 1990 beginnt: Bis 1990 entsandte Berlin (West) Abgeordnete, die von der Stadtverordnetenversammlung gewählt wurden und im Plenum nur eingeschränkt stimmberechtigt waren. Je nach Quelle werden sie mitgezählt oder nicht — dieselbe Wahl kursiert deshalb mit zwei Sitzzahlen. Eine Reihe, die beide Zählweisen mischt, zeigt einen Sprung, den es nie gab.
⚠ Die Wahlrechtsreform 2023 hat die Größe des Bundestages auf feste 630 Sitze gedeckelt und Überhang- wie Ausgleichsmandate abgeschafft. Der Rückgang von 736 auf 630 Sitze ist deshalb eine Rechtsänderung und kein Wählerverhalten.
Der Frauenanteil steigt — aber nicht von allein
20,5 % im Jahr 1990, 32,4 % im Jahr 2025: Der Frauenanteil ist gestiegen, aber nicht stetig. Den höchsten Wert der Reihe hält 2013 mit 36,5 % — danach ging es wieder zurück. Eine Parität hat der Bundestag nie erreicht.
⚠ Gezählt wird der Stand unmittelbar nach der Wahl. Nachrücken im Lauf der Wahlperiode verschiebt den Anteil, ist hier aber nicht abgebildet.
Die Wählerschaft ist in 50 Jahren deutlich älter geworden
1972 war jede fünfte wahlberechtigte Person unter 30, 28 Prozent waren 60 oder älter. 2021 hatte sich das umgekehrt: 39 Prozent der Wahlberechtigten waren 60 oder älter, nur noch 14 Prozent unter 30. Wer über „die Wählerschaft“ spricht, spricht heute über eine deutlich ältere Gruppe als vor 50 Jahren.
Kurzfassung: Der Anteil der Wahlberechtigten ab 60 Jahren stieg von 28 auf 39 Prozent.
18–29 Jahre 30–59 Jahre 60 Jahre und älter
| Jahr | 18–29 Jahre | 30–59 Jahre | 60 Jahre und älter |
|---|---|---|---|
| 1972 | 20 % | 52 % | 28 % |
| 2021 | 14 % | 47 % | 39 % |
⚠ Anteil der Wahlberechtigten nach Altersgruppe. Die mittlere Gruppe ist als Restgröße auf 100 Prozent gerechnet — die Publikation druckt für 2021 nur die Rand-Gruppen aus.
Wer 2021 in den Bundestag einzog
Diese Kennzahlen beschreiben ausdrücklich den 2021 gewählten Bundestag — nicht den heutigen. Für den 2025 gewählten liegt uns keine vergleichbare Aufstellung vor; deshalb steht hier das Jahr statt „aktuell“.
| Kennzahl | Bundestag 2021 |
|---|---|
| Durchschnittsalter der Abgeordneten | 47,3 Jahre |
| Jüngste Abgeordnete | 23 Jahre |
| Abgeordnete mit Migrationshintergrund | 11 % |
| Gewählte Frauen | 256 von 736 |
| Wahlberechtigte | 61,2 Mio. |
| Wählende | 46,9 Mio. |
Die beiden letzten Zeilen sind zugleich die Probe auf die Reihe oben: 46,9 Millionen Wählende von 61,2 Millionen Wahlberechtigten ergeben genau die 76,6 %, die die Zeitreihe für 2021 ausweist. Weichen die drei Zahlen voneinander ab, bricht der Build.
⚠ Kennzahlen zum 20. Deutschen Bundestag, wie sie das Auswärtige Amt im Basisinformationsband „Tatsachen über Deutschland“ (Ausgabe 2023, Redaktionsstand 2022) veröffentlicht hat. Sie beschreiben ausdrücklich den 2021 gewählten Bundestag und nicht den heutigen — für den 2025 gewählten liegt hier keine vergleichbare Aufstellung vor.
Was diese Reihen zeigen — und was nicht
Drei Kennzahlen je Bundestagswahl aus den endgültigen amtlichen Ergebnissen: die Wahlbeteiligung als Anteil der Wählenden an den Wahlberechtigten (seit 1949), die Zahl der Sitze im gewählten Bundestag und die Zahl der gewählten Frauen (beide seit 1990). Der Frauenanteil ist aus Sitzzahl und Frauenzahl gerechnet und nicht zusätzlich gespeichert — zwei Fassungen derselben Größe könnten auseinanderlaufen.
Die beiden Reihen beginnen absichtlich zu verschiedenen Zeitpunkten. Die Wahlbeteiligung läuft ab 1949 durch. Die Sitzzahlen setzen erst 1990 ein, weil Berlin (West) davor Abgeordnete mit eingeschränktem Stimmrecht entsandte, die je nach Quelle mitgezählt werden oder nicht; eine durchgehende Reihe ab 1949 zeigte einen Sprung, den es nie gab. Und der auffälligste Knick der Sitzreihe — 736 auf 630 — kommt nicht von den Wählenden, sondern vom Gesetzgeber.
Die Seite führt bewusst keine Parteiergebnisse. Ein Zweitstimmenanteil ist nur mit dem jeweiligen Parteiensystem zu verstehen: Parteien treten neu an, verschwinden, fusionieren, und die CSU kandidiert ausschließlich in Bayern. Eine Reihe „Ergebnis je Partei seit 1949“ suggeriert eine Vergleichbarkeit, die es nicht gibt. Ebenfalls nicht enthalten: Ergebnisse nach Wahlkreis oder Gemeinde — Wahlkreiszuschnitte ändern sich zwischen den Wahlen, ohne Umrechnung wären Zeitreihen darüber falsch. Und die Wahlbeteiligung sagt nichts darüber, wie zufrieden die Wählenden sind; sie zählt Stimmzettel, keine Zustimmung.
Kurz beantwortet
Wie viele Abgeordnete hat der Bundestag?
630 — seit der Wahl 2025. Das ist seit der Wahlrechtsreform 2023 eine feste Größe: Überhang- und Ausgleichsmandate gibt es nicht mehr, der Bundestag kann also nicht mehr über diese Zahl hinauswachsen. Davor war er zuletzt auf 736 Sitze angewachsen (2021).
Wie hoch war die Wahlbeteiligung bei der letzten Bundestagswahl?
82,5 % bei der Wahl 2025. Zum Vergleich: Bei der Wahl davor waren es 76,6 %.
Wann war die Wahlbeteiligung am höchsten?
1972 mit 91,1 % — der Höchstwert seit 1949. Am niedrigsten lag sie 2009 mit 70,8 %.
Warum ist der Bundestag kleiner geworden?
Weil das Wahlrecht geändert wurde, nicht weil weniger gewählt wurde. Die Wahlrechtsreform 2023 hat die Größe des Bundestages auf feste 630 Sitze gedeckelt und Überhang- wie Ausgleichsmandate abgeschafft. Der Rückgang von 736 auf 630 Sitze ist deshalb eine Rechtsänderung und kein Wählerverhalten. Die reguläre Größe steht seither in § 1 des Bundeswahlgesetzes und lässt sich mit einfacher Mehrheit ändern — anders als die vierjährige Wahlperiode, die im Grundgesetz steht.
Wie hoch ist der Frauenanteil im Bundestag?
32,4 % nach der Wahl 2025: 204 der 630 Abgeordneten sind Frauen. Der höchste Wert seit 1990 lag bei 36,5 % (2013).
Wie alt sind die Abgeordneten?
Für den 2021 gewählten Bundestag nennt das Auswärtige Amt ein Durchschnittsalter von 47,3 Jahren; die jüngste Abgeordnete war 23 Jahre alt. Für den 2025 gewählten Bundestag liegt uns keine vergleichbare Aufstellung vor — deshalb steht diese Angabe auf der Seite ausdrücklich mit dem Jahr 2021 dabei und nicht als aktueller Wert.