Geld & Zinsen · Verbraucherpreisindex

Inflationsrate in Deutschland

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Juli 2026 bei 2,8 % — so viel mehr kosteten Waren und Dienstleistungen im Schnitt als ein Jahr zuvor. Ein Jahr zuvor lag sie bei 2,0 %. Der Wert ist eine Schnellschätzung; das endgültige Ergebnis veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 12. August 2026. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat.

2,8 %zum
Vorjahresmonat
Verbraucherpreisindex für Deutschland, Juli 2026 gegenüber Juli 2025. Es ist eine Schnellschätzung — das endgültige Ergebnis erscheint am 12. August 2026. Zuletzt endgültig bestätigt: Juni 2026 mit 2,3 %.
Juli 2026vorläufig2025: 2,2 % im Jahresschnitt
Was die Zahl nicht sagt

Eine sinkende Rate heißt nicht, dass etwas billiger wird — die Preise steigen dann nur langsamer. Das Niveau von 2020 kommt nicht zurück: 100 € von damals kaufen heute noch so viel wie 82,03 €.

Niveau statt Rate ansehen →
Grafik · Januar 2025 bis Juli 2026

Die Teuerung Monat für Monat — zuletzt 2,8 %

Jeder Balken vergleicht einen Monat mit demselben Monat des Vorjahres. Deshalb kann die Rate springen, ohne dass sich im laufenden Monat viel getan hat: Ist der Vergleichsmonat ungewöhnlich teuer gewesen, fällt die Rate — dieser Basiseffekt erklärt einen Großteil der Zacken. Der letzte Balken ist gestrichelt: Er ist eine Schnellschätzung.

Kurzfassung: Säulen der monatlichen Inflationsrate von Januar 2025 bis Juli 2026, zwischen 1,8 % und 2,9 %.

06/20262,3 %

Tippen oder Pfeiltasten: jeden einzelnen Wert ablesen.

gilt beschlossen, noch nicht in Kraft

Inflationsrate in Deutschland je Monat, Januar 2025 bis Juli 2026Säulen der monatlichen Inflationsrate von Januar 2025 bis Juli 2026, zwischen 1,8 % und 2,9 %.0 %1 %2 %3 %4 %2,3 %01/202504/202507/202510/202501/202604/20262,3 %2,8 %07/2026

Was den Juli 2026 treibt: Energie kostete +8,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat, die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel lag bei 2,4 %. Die Kernrate lässt Energie und Nahrungsmittel weg — die beiden Gruppen schwanken aus Gründen, auf die Geldpolitik keinen Einfluss hat. Für den eigenen Geldbeutel zählt trotzdem die Gesamtrate.

⚠ Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, Null-Baseline. Juli 2026 ist vorläufig; das endgültige Ergebnis folgt am 12. August 2026.

Grafik · 1992 bis 2025

Im Schnitt 2,0 % pro Jahr — mit einem Ausreißer

Über die ganze Reihe liegt die Teuerung nahe am Ziel von 2 %. Der Ausschlag 2022 auf 6,9 % ist der höchste seit Beginn der gesamtdeutschen Reihe; am niedrigsten war sie 2009 mit 0,3 %.

Kurzfassung: Säulen der jährlichen Inflationsrate von 1992 bis 2025, Höchstwert 6,9 % im Jahr 2022, Tiefstwert 0,3 % im Jahr 2009.

20252,2 %

Tippen oder Pfeiltasten: jeden einzelnen Wert ablesen.

Inflationsrate in Deutschland je Jahr, 1992 bis 2025Säulen der jährlichen Inflationsrate von 1992 bis 2025, Höchstwert 6,9 % im Jahr 2022, Tiefstwert 0,3 % im Jahr 2009.0 %2 %4 %6 %8 %5,0 %19921995199820012004200720102013201620196,9 %20222,2 %2025

⚠ Gesamtdeutsche Reihe ab 1991; für die Zeit davor gibt es nur die Reihe des früheren Bundesgebiets, die hier bewusst nicht angehängt ist.

Gegenprobe · Niveau statt Rate

Warum eine sinkende Rate nichts billiger macht

Die Rate beschreibt das Tempo, der Index den Stand. Beide Spalten stehen hier nebeneinander, weil die Rate allein regelmäßig falsch verstanden wird: Sie war 2024 und 2025 wieder nahe am Ziel — der Preisstand blieb trotzdem rund ein Fünftel über dem von 2020.

Verbraucherpreisindex, Jahresteuerung und Kaufkraft von 100 Euro je Jahr
JahrIndex (2020 = 100)Teuerung zum Vorjahr100 € kaufen 2025 noch
2025121,9+2,2 %100,00 €
2024119,3+2,2 %97,87 €
2023116,7+5,9 %95,73 €
2022110,2+6,9 %90,40 €
2021103,1+3,1 %84,58 €
2020100,0+0,5 %82,03 €
201999,5+1,4 %81,62 €
201898,1+1,8 %80,48 €
201796,4+1,5 %79,08 €
201695,0+0,5 %77,93 €
201594,5+0,5 %77,52 €
201494,0+1,0 %77,11 €
201393,1+1,5 %76,37 €
201291,7+1,9 %75,23 €
201190,0+2,2 %73,83 €
201088,1+1,0 %72,27 €
200987,2+0,3 %71,53 €
200886,9+2,6 %71,29 €
200784,7+2,3 %69,48 €
200682,8+1,6 %67,92 €
200581,5+1,6 %66,86 €
200480,2+1,6 %65,79 €
200378,9+1,0 %64,73 €
200278,1+1,4 %64,07 €
200177,0+2,0 %63,17 €
200075,5+1,3 %61,94 €
199974,5+0,7 %61,12 €
199874,0+0,8 %60,71 €
199773,4+1,9 %60,21 €
199672,0+1,4 %59,06 €
199571,0+1,9 %58,24 €
199469,7+2,7 %57,18 €
199367,9+4,5 %55,70 €
199265,0+5,0 %53,32 €

⚠ Die Kaufkraft-Spalte beantwortet: Was kaufen 100 € aus diesem Jahr heute noch? Sie ist ein Durchschnitt über alle Haushalte, kein Abbild eines einzelnen Einkaufs.

Zusammenhang · EZB

Was die Notenbank dagegen tut

Die Europäische Zentralbank hat ein Ziel von 2 % — allerdings für den gesamten Euroraum und gemessen am harmonisierten Index, nicht am deutschen VPI. Ihr Werkzeug ist der Leitzins: Höhere Zinsen verteuern Kredite, dämpfen die Nachfrage und bremsen so die Teuerung. Aktuell liegt der Einlagesatz bei 2,25 %; alle Zinsschritte seit 1999 stehen auf der Leitzins-Seite.

Für dich persönlich zählt die Differenz aus beidem: der Realzins. Bekommst du auf dem Tagesgeldkonto weniger Zinsen, als die Preise steigen, verliert dein Erspartes an Wert — auch wenn der Kontostand wächst. Bei 2,8 % Teuerung müsste ein Sparkonto also mehr als das abwerfen, nur um den Wert zu halten. Wie viel ein Betrag aus einem früheren Jahr heute noch wert ist, rechnet dir der Inflationsrechner aus.

Zahlen einordnen

Die Inflationsrate einordnen

Was die Zahl zeigt

Die Inflationsrate misst, wie sich die Preise eines festen Warenkorbs verändert haben — jenes Bündels aus Miete, Lebensmitteln, Energie, Verkehr und Dienstleistungen, das ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland kauft. Grundlage ist der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts (Basis 2020 = 100). Die Monatsrate vergleicht immer mit demselben Monat des Vorjahres, die Jahresrate zwei Jahresdurchschnitte.

Wie du sie liest

Eine sinkende Inflationsrate heißt nicht, dass etwas billiger wird. Sie heißt nur, dass die Preise langsamer steigen — das Niveau von vorher kommt nicht zurück. Genau hier gehen Statistik und Alltagsgefühl auseinander: Nach dem Schub von 2022 und 2023 liegt der Index dauerhaft rund ein Fünftel über dem von 2020, auch wenn die Rate seither wieder bei rund 2 % steht. Und weil jede Rate mit dem Vorjahresmonat vergleicht, kann sie allein deshalb springen, weil der Vergleichsmonat außergewöhnlich hoch oder niedrig war (Basiseffekt).

Wo die Grenze liegt

Der Index ist ein Durchschnitt über alle Haushalte, kein Abbild deines Einkaufs. Wer viel pendelt, mit Öl heizt oder gerade umgezogen ist, erlebt eine deutlich andere Teuerung als der Durchschnitt — bei den Energiepreisschüben lagen die persönlichen Raten mehrere Prozentpunkte auseinander. Nicht enthalten sind außerdem Vermögenspreise: Aktien, Gold und Immobilienkaufpreise zählen nicht in den Warenkorb, nur die Mieten. Und der zuletzt gemeldete Monat ist eine Schätzung, die noch revidiert wird.

Kaufkraft eines Betrags ausrechnen →
Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie hoch ist die Inflation in Deutschland aktuell?

Im Juli 2026 lag die Inflationsrate bei 2,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Das ist eine Schnellschätzung — das endgültige Ergebnis erscheint am 12. August 2026 und weicht erfahrungsgemäß höchstens um ein Zehntel ab. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren es 2,2 %.

Wie wird die Inflationsrate berechnet?

Das Statistische Bundesamt erhebt monatlich rund 300.000 Einzelpreise für einen Warenkorb aus etwa 700 Güterarten. Jede Güterart geht mit dem Gewicht in den Index ein, das sie im Budget eines Durchschnittshaushalts hat — Wohnen wiegt deshalb weit schwerer als Kleidung. Die Inflationsrate ist die prozentuale Veränderung dieses Index gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr.

Warum fühlt sich die Inflation höher an, als sie gemessen wird?

Weil Preise, die man häufig sieht, stärker im Gedächtnis bleiben: Lebensmittel, Tanken, Restaurantbesuche. Preise, die selten auffallen oder sogar fallen — Elektronik, Telekommunikation, Versicherungen —, gehen genauso in den Index ein. Dazu kommt die Niveau-Frage: Eine Rate von 2 % bedeutet weiter steigende Preise, nur langsamer. Wer die Preise von vor fünf Jahren im Kopf hat, vergleicht mit einem Niveau, das nicht zurückkommt.

Wann war die Inflation am höchsten?

In der hier gezeigten Reihe ab 1992 war 2022 das Jahr mit der stärksten Teuerung: 6,9 % im Jahresdurchschnitt, getrieben von Energie- und Nahrungsmittelpreisen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Im Mittel der Jahre 1992 bis 2025 lag die Teuerung bei 2,0 % pro Jahr.

Was ist der Unterschied zwischen VPI und HVPI?

Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist der nationale Index für Deutschland — er steht auf dieser Seite und ist die Zahl, die in deutschen Nachrichten als „die Inflationsrate“ gemeldet wird. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) folgt europaweit einheitlichen Regeln, damit die Länder vergleichbar sind; er gewichtet etwas anders und lässt zum Beispiel selbst genutztes Wohneigentum aus. An ihm misst die EZB ihr 2-%-Ziel. Beide Raten weichen regelmäßig um ein bis drei Zehntel voneinander ab — man sollte sie deshalb nie in derselben Zeitreihe mischen.

Was ist die Kerninflation?

Die Rate ohne Energie und Nahrungsmittel. Diese beiden Gruppen schwanken stark und aus Gründen, auf die Geldpolitik keinen Einfluss hat — Wetter, Ölmärkte, Kriege. Die Kernrate zeigt deshalb besser, wie viel Teuerung sich im Rest der Wirtschaft festgesetzt hat. Für den eigenen Geldbeutel ist sie die unwichtigere Zahl: Bezahlt wird die Gesamtrate.

Was macht die Inflation mit meinem Ersparten?

Sie senkt die Kaufkraft. 100 € aus dem Jahr 2000 kaufen heute noch so viel wie 61,94 € — der Rest ist über die Jahre an Teuerung verloren gegangen. Entscheidend ist deshalb der Realzins: Sparzins minus Inflationsrate. Liegt er im Minus, verliert Erspartes an Wert, auch wenn der Kontostand wächst. Wie viel ein bestimmter Betrag aus einem bestimmten Jahr heute wert ist, rechnet dir unser Inflationsrechner aus.

Das fragen sich viele als Nächstes

Datenpflege

Wie aktuell ist diese Seite?

Der Daten-Status zeigt Quelle, Stand und nächsten Prüftermin. Neue Veröffentlichungen erscheinen zusätzlich im RSS-Feed. Quelle und Prüftermin ansehen · RSS-Feed