Sicherheit · BKA-Bundeslagebild · 2020–2024
Häusliche Gewalt: Opferzahlen 2020–2024
Häusliche Gewalt: 2024 zählte das Bundeskriminalamt 265.942 Opfer — 70,4 % davon Frauen. Das ist der höchste Wert der Reihe seit 2020 (damals 225.694, ein Plus von rund 18 %). Diese Zahl ist bewusst eine Opferzahl aus dem BKA-Bundeslagebild — nicht „Fälle“ wie in den übrigen Delikt-Statistiken. Der Anstieg ist auch erfassungsbedingt, und das Dunkelfeld gilt als sehr groß.
So haben sich die Opferzahlen entwickelt
Zahl der Opfer häuslicher Gewalt (Partnerschaftsgewalt und innerfamiliäre Gewalt zusammen). Wechsle bei Bedarf von der Grafik zur Tabelle mit allen Jahreswerten.
Kurzfassung: Von 225.694 Opfer im Jahr 2020 auf 265.942 Opfer im Jahr 2024.
2024 265.942 Opfer
Tippen oder Pfeiltasten: Wert je Jahr.
| Jahr | Opfer häuslicher Gewalt |
|---|---|
| 2020 | 225.694 Opfer |
| 2021 | 221.615 Opfer |
| 2022 | 240.547 Opfer |
| 2023 | 256.276 Opfer |
| 2024 | 265.942 Opfer |
Opferzahl aus dem BKA-Bundeslagebild, nicht „Fälle“. Die konsistente Reihe beginnt 2020 (Definitionsänderung 2023). Sehr großes Dunkelfeld.
Partnerschaft und Familie getrennt
Häusliche Gewalt setzt sich aus Partnerschaftsgewalt (durch aktuelle oder frühere Partner) und innerfamiliärer Gewalt (übrige Familie) zusammen.
| Jahr | Opfer gesamt | Partnerschaft | innerfamiliär |
|---|---|---|---|
| 2020 | 225.694 | 149.091 | 76.603 |
| 2021 | 221.615 | 144.637 | 76.978 |
| 2022 | 240.547 | 157.818 | 82.729 |
| 2023 | 256.276 | 167.865 | 88.411 |
| 2024 | 265.942 | 171.069 | 94.873 |
Wenn du selbst betroffen bist
Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar unter 116 016 (auch online). Bei akuter Gefahr wähle den Polizeinotruf 110. Beratung gibt es unabhängig von Geschlecht und Aufenthaltsstatus.
Wo die Zahl endet
Eine Zahl gilt so weit, wie ihre Quelle reicht.
Zitieren
Sören Striewski: „Häusliche Gewalt: Opferzahlen 2020–2024“. Klarbelegt, Stand 04/2026. https://klarbelegt.de/straftaten/haeusliche-gewalt
Der Stand ist der Stand der Daten, nicht der Tag deines Abrufs — deshalb stehen beide da. Wer den Wert selbst übernimmt, zitiert zusätzlich die amtliche Quelle: Sie steht mit Lizenz und Datum unter jeder Tabelle und jeder Grafik dieser Seite.
Warum häusliche Gewalt gesondert gezählt wird
Die Grafik zeigt die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt — die Summe aus Partnerschaftsgewalt und innerfamiliärer Gewalt. Anders als bei den übrigen Delikten ist die Kennzahl hier eine Opferzahl (betroffene Personen), keine Fallzahl, und sie stammt aus einer eigenen BKA-Sonderauswertung, dem Bundeslagebild Häusliche Gewalt.
Rund 70 % der Opfer sind Frauen, in der Partnerschaftsgewalt sind es etwa 79 %. Die Zahl steigt seit 2020 — das liegt an tatsächlicher Zunahme, aber auch an besserer Erfassung der Opfer-Täter-Beziehung und einer gestiegenen Anzeigebereitschaft. Man kann den Anstieg deshalb nicht als reinen Kriminalitätsanstieg lesen.
Das eigenständige Lagebild „Häusliche Gewalt“ gibt es erst ab dem Berichtsjahr 2023; die Werte davor (2020–2022) sind eine Rückrechnung nach der neuen, breiteren Definition — deshalb beginnt die vergleichbare Reihe erst 2020. Das Dunkelfeld ist extrem groß: Opferbefragungen deuten darauf hin, dass Partnerschaftsgewalt zu weniger als 5 % angezeigt wird. Die Statistik zeigt also nur einen kleinen Ausschnitt.
Kurz beantwortet
Wie viele Opfer häuslicher Gewalt gibt es in Deutschland?
2024 registrierte das BKA 265.942 Opfer häuslicher Gewalt: 171.069 in der Partnerschaft und 94.873 in der übrigen Familie. Rund 70 % der Opfer sind Frauen.
Warum steht häusliche Gewalt nicht bei den anderen Delikten?
Weil die Kennzahl eine andere ist: Bei häuslicher Gewalt zählt das BKA Opfer (betroffene Personen) über verschiedene Straftaten hinweg, nicht „Fälle“ eines einzelnen Straftatbestands. Aufklärungsquote und Häufigkeitszahl gibt es für dieses Konstrukt nicht in vergleichbarer Form. Beide Zahlen zu mischen wäre irreführend — deshalb die eigene Seite.
Ist häusliche Gewalt wirklich gestiegen — oder wird nur mehr angezeigt?
Beides spielt eine Rolle. Die Opferzahlen steigen seit 2020, aber ein Teil des Anstiegs geht auf eine bessere polizeiliche Erfassung der Opfer-Täter-Beziehung und eine gestiegene Anzeigebereitschaft zurück. Das BKA selbst weist auf ein sehr großes Dunkelfeld hin. Der Trend ist also real, sein genaues Ausmaß aber unsicher.
Was ist der Unterschied zwischen häuslicher Gewalt und Partnerschaftsgewalt?
Partnerschaftsgewalt umfasst Taten zwischen (Ex-)Partnern. Häusliche Gewalt ist der weitere Begriff und schließt auch Gewalt zwischen anderen Familienmitgliedern ein (etwa Eltern und Kinder). 2024 entfielen von 265.942 Opfern häuslicher Gewalt 171.069 auf Partnerschaftsgewalt.