Zeit & Termine · Sommerzeit und Normalzeit
Zeitumstellung: wann die Uhren umgestellt werden
Das Europäische Parlament hat 2019 für ein Ende der Umstellung ab 2021 gestimmt. Weil der Rat der Mitgliedstaaten seit 7 Jahren keine gemeinsame Position findet, gilt die alte Richtlinie unverändert weiter.
Warum es hängt →Die Uhren werden am 25. Oktober 2026 umgestellt: In der Nacht zum Sonntag springt die Uhr von 3:00 auf 2:00 Uhr, wird also zurückgestellt. Die Nacht ist eine Stunde länger — du schläfst eine Stunde mehr. Es ist die 94. Umstellung seit der Wiedereinführung 1980 — beschlossen abgeschafft ist sie seit 2019.
Alle kommenden Umstellungen auf einen Blick
Die Termine folgen einer festen Regel: Beginn am letzten Sonntag im März, Ende am letzten Sonntag im Oktober, jeweils um 1:00 Uhr Weltzeit. 2026 ist das der 29. März 2026 und der 25. Oktober 2026. Umgestellt wird immer nachts, damit möglichst wenige Arbeits- und Fahrpläne betroffen sind.
| Datum | Wochentag | Uhrzeit | Was passiert | Für dich |
|---|---|---|---|---|
| 25. Oktober 2026 | Sonntag | 3:00 → 2:00 Uhr | Ende der Sommerzeit | eine Stunde mehr Schlaf |
| 28. März 2027 | Sonntag | 2:00 → 3:00 Uhr | Beginn der Sommerzeit | eine Stunde weniger Schlaf |
| 31. Oktober 2027 | Sonntag | 3:00 → 2:00 Uhr | Ende der Sommerzeit | eine Stunde mehr Schlaf |
| 26. März 2028 | Sonntag | 2:00 → 3:00 Uhr | Beginn der Sommerzeit | eine Stunde weniger Schlaf |
| 29. Oktober 2028 | Sonntag | 3:00 → 2:00 Uhr | Ende der Sommerzeit | eine Stunde mehr Schlaf |
| 25. März 2029 | Sonntag | 2:00 → 3:00 Uhr | Beginn der Sommerzeit | eine Stunde weniger Schlaf |
| 28. Oktober 2029 | Sonntag | 3:00 → 2:00 Uhr | Ende der Sommerzeit | eine Stunde mehr Schlaf |
| 31. März 2030 | Sonntag | 2:00 → 3:00 Uhr | Beginn der Sommerzeit | eine Stunde weniger Schlaf |
| 27. Oktober 2030 | Sonntag | 3:00 → 2:00 Uhr | Ende der Sommerzeit | eine Stunde mehr Schlaf |
| 30. März 2031 | Sonntag | 2:00 → 3:00 Uhr | Beginn der Sommerzeit | eine Stunde weniger Schlaf |
| 26. Oktober 2031 | Sonntag | 3:00 → 2:00 Uhr | Ende der Sommerzeit | eine Stunde mehr Schlaf |
| 28. März 2032 | Sonntag | 2:00 → 3:00 Uhr | Beginn der Sommerzeit | eine Stunde weniger Schlaf |
| 31. Oktober 2032 | Sonntag | 3:00 → 2:00 Uhr | Ende der Sommerzeit | eine Stunde mehr Schlaf |
| 27. März 2033 | Sonntag | 2:00 → 3:00 Uhr | Beginn der Sommerzeit | eine Stunde weniger Schlaf |
| 30. Oktober 2033 | Sonntag | 3:00 → 2:00 Uhr | Ende der Sommerzeit | eine Stunde mehr Schlaf |
| 26. März 2034 | Sonntag | 2:00 → 3:00 Uhr | Beginn der Sommerzeit | eine Stunde weniger Schlaf |
| 29. Oktober 2034 | Sonntag | 3:00 → 2:00 Uhr | Ende der Sommerzeit | eine Stunde mehr Schlaf |
Die Regel gilt unbefristet. Sollte der Rat der EU die Abschaffung beschließen, sind alle Termine ab dem Wirksamkeitsdatum hinfällig — ein solcher Beschluss liegt bislang nicht vor.
Die Ausnahme dauert länger als die Regel
Die Sommerzeit dauert 2026 210 Tage, die gesetzliche Normalzeit 155. Was im Alltag „Winterzeit“ heißt, ist juristisch die Normalzeit — und gilt trotzdem den kleineren Teil des Jahres (0 % statt 1 %). Seit 1996 endet die Sommerzeit im Oktober statt im September; genau dieser eine Monat kippt das Verhältnis.
Kurzfassung: Säulendiagramm der Sommerzeit-Dauer je Jahr: durchweg über 200 Tage, 2026 sind es 210 von 365 Kalendertagen.
2032 217 Tage
Tippen oder Pfeiltasten: jeden einzelnen Wert ablesen.
| Jahr | Tage Sommerzeit |
|---|---|
| 2021 | 217 Tage |
| 2022 | 217 Tage |
| 2023 | 217 Tage |
| 2024 | 210 Tage |
| 2025 | 210 Tage |
| 2026 | 210 Tage |
| 2027 | 217 Tage |
| 2028 | 217 Tage |
| 2029 | 217 Tage |
| 2030 | 210 Tage |
| 2031 | 210 Tage |
| 2032 | 217 Tage |
Gezählt sind volle Kalendertage zwischen den beiden Umstellungssonntagen. Die Schwankung von wenigen Tagen entsteht nur dadurch, auf welchen Kalendertag der letzte Sonntag jeweils fällt — nicht durch eine Änderung der Regel.
Deutschland hat die Sommerzeit erfunden — und zweimal wieder abgeschafft
Die Umstellung ist keine EU-Erfindung und auch keine Idee der Landwirtschaft. Sie kam dreimal, und jedes Mal ging es um Energie.
- 1893
Deutschland bekommt überhaupt erst eine einheitliche Zeit
Bis dahin galt in jeder Region die lokale Sonnenzeit — der Eisenbahnverkehr rechnete mit einem Flickenteppich von Ortszeiten. Zum 1. April 1893 wird die Mitteleuropäische Zeit reichsweit verbindlich. Ohne diesen Schritt gäbe es nichts, das man später um eine Stunde verschieben könnte.
- 1916–1918
Die erste Sommerzeit der Welt — als Kriegsmaßnahme
Am 30. April 1916 stellen das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn als erste Staaten überhaupt die Uhren vor. Das Ziel ist nicht Freizeit, sondern Kohle: Wer das Tageslicht besser ausnutzt, verbraucht abends weniger Licht. Andere Kriegsparteien ziehen binnen Wochen nach. Nach dem Krieg wird die Regelung wieder abgeschafft.
- 1940–1949
Zweite Runde — mit einem Ausreißer
Ab 1940 gilt erneut Sommerzeit, zeitweise sogar ganzjährig. 1947 kommt es zum bislang einzigen deutschen Experiment mit einer „Hochsommerzeit“: Vom 11. Mai bis zum 29. Juni gehen die Uhren zwei Stunden vor. 1949 endet die Sommerzeit in beiden deutschen Staaten — und bleibt 30 Jahre lang weg.
- 1980
Wiedereinführung — und die deutsche Besonderheit
Nach der Ölkrise führen mehrere europäische Länder die Sommerzeit wieder ein, Frankreich schon 1976. Die Bundesrepublik wartet, bis die DDR mitzieht: Eine getrennte Zeitrechnung hätte mitten durch Berlin verlaufen. Am 6. April 1980 stellen beide deutschen Staaten die Uhren zum selben Zeitpunkt vor.
- 1996
Die Sommerzeit wird einen Monat länger
Bis 1995 endet die Sommerzeit am letzten Sonntag im September. Seit 1996 gilt EU-weit einheitlich der letzte Oktobersonntag — seither dauert die Sommerzeit rund sieben Monate und ist damit länger als die gesetzliche Normalzeit, die umgangssprachlich „Winterzeit“ heißt.
- seit 2001
Aus der befristeten Regel wird Dauerrecht
Zuvor musste die EU die Sommerzeit alle paar Jahre neu beschließen. Die Richtlinie 2000/84/EG macht sie unbefristet: Sie gilt, bis sie jemand aufhebt. Genau das ist der Grund, warum das Umstellen weitergeht, obwohl politisch längst Einigkeit über sein Ende behauptet wird.
- 2018–2019
Die Abschaffung wird beschlossen — und dann nicht umgesetzt
Eine EU-Konsultation bringt 2018 rund 4,6 Millionen Rückmeldungen, etwa 84 Prozent davon für ein Ende der Umstellung. Im März 2019 stimmt das Europäische Parlament dafür, ab 2021 Schluss zu machen. Der Rat der Mitgliedstaaten müsste zustimmen — und findet bis heute keine gemeinsame Position, weil südliche Länder dauerhafte Sommerzeit wollen und nördliche die Normalzeit.
Bewusst knapp gehalten: Angaben zu regionalen Sonderzeiten der unmittelbaren Nachkriegsjahre ließen sich nicht zweifelsfrei belegen und fehlen hier deshalb, statt als Anekdote mitzulaufen.
Seit 7 Jahren beschlossen — und nicht in Kraft
Der häufigste Irrtum zu diesem Thema: Die Abschaffung sei gescheitert. Sie ist nicht gescheitert, sie ist unerledigt — und der Grund ist nicht das Ob, sondern das Danach.
Die EU-Kommission befragt die Öffentlichkeit. Es kommen rund 4,6 Millionen Rückmeldungen — die größte Beteiligung, die eine EU-Konsultation je hatte. Etwa 1 % sprechen sich für ein Ende der Umstellung aus. Die Kommission schlägt daraufhin die Abschaffung vor.
Das Europäische Parlament stimmt zu: Ab 2021 soll Schluss sein. Jedes Land soll selbst entscheiden dürfen, ob es dauerhaft bei der Sommerzeit oder bei der Normalzeit bleibt.
Im Rat der Mitgliedstaaten passiert nichts. Damit ein Land dauerhaft umstellen kann, müssten sich die Nachbarn abstimmen — sonst entstehen mitten in Europa neue Zeitgrenzen. Südliche Staaten wollen die dauerhafte Sommerzeit für lange helle Abende, nördlichere und die meisten Schlafmediziner die Normalzeit. Ohne gemeinsame Position gilt die Richtlinie 2000/84/EG weiter — und die Uhren werden weiter umgestellt.
Der Verfahrensstand ist eine Momentaufnahme. Käme im Rat eine Einigung zustande, bräuchte die Umsetzung zusätzlich Vorlauf für Fahrpläne, IT-Systeme und nationale Gesetze.
Wo die Zahl endet
Eine Zahl gilt so weit, wie ihre Quelle reicht.
Zitieren
Sören Striewski: „Zeitumstellung: wann die Uhren umgestellt werden“. Klarbelegt, Stand 08/2026. https://klarbelegt.de/zeitumstellung
Der Stand ist der Stand der Daten, nicht der Tag deines Abrufs — deshalb stehen beide da. Wer den Wert selbst übernimmt, zitiert zusätzlich die amtliche Quelle: Sie steht mit Lizenz und Datum unter jeder Tabelle und jeder Grafik dieser Seite.
Woher die Termine kommen — und warum sich nichts ändert
Die Termine stehen nicht in einem Kalender, sondern folgen einer Regel: Nach Art. 2 und 3 der Richtlinie 2000/84/EG beginnt die Sommerzeit am letzten Sonntag im März und endet am letzten Sonntag im Oktober, jeweils um 1:00 Uhr Weltzeit — in Deutschland also 2:00 → 3:00 Uhr im Frühjahr und 3:00 → 2:00 Uhr im Herbst. National umgesetzt ist das über das Zeitgesetz und die Sommerzeitverordnung; die gesetzliche Zeit verbreitet die Physikalisch-Technische Bundesanstalt. Alle Termine dieser Seite sind aus dieser Regel berechnet.
„Sommerzeit“ ist die verschobene Zeit (MESZ, UTC+2), „Winterzeit“ das umgangssprachliche Wort für die gesetzliche Normalzeit (MEZ, UTC+1). Im Frühjahr fehlt eine Stunde, im Herbst gibt es eine geschenkt — die Nacht zum letzten Oktobersonntag ist die längste des Jahres. Die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr existiert im März gar nicht und im Oktober zweimal; Fahrpläne, Schichtpläne und Arbeitszeitkonten müssen das abbilden.
Ob die Umstellung tatsächlich Energie spart, ist umstritten: Beleuchtung wird gespart, Heizen am kühlen Morgen kostet mehr — das Umweltbundesamt hält den Nettoeffekt für vernachlässigbar. Gesundheitliche Folgen (Schlafstörungen, Konzentration in den Tagen danach) sind gut belegt, ihr Ausmaß aber umstritten. Und ein Termin für das Ende der Umstellung existiert nicht: Der Beschluss des Europäischen Parlaments von 2019 ist ohne Zustimmung des Rates nicht in Kraft — bis dahin gilt die Richtlinie unverändert weiter.
Kurz beantwortet
Wann wird die Uhr das nächste Mal umgestellt?
Am 25. Oktober 2026. In der Nacht zum Sonntag wird die Uhr um 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt. Die Nacht ist eine Stunde länger — du schläfst eine Stunde mehr. 2026 sind die beiden Termine der 29. März 2026 (Beginn der Sommerzeit) und der 25. Oktober 2026 (Ende). 2027 sind es der 28. März 2027 und der 31. Oktober 2027.
Wird die Uhr vor- oder zurückgestellt?
Im Frühjahr vor, im Herbst zurück — die Eselsbrücke lautet: Im Sommer stellt man die Gartenmöbel VOR die Tür, im Winter ZURÜCK in den Schuppen. Beim Vorstellen im März wird aus 2:00 Uhr direkt 3:00 Uhr, die Nacht ist eine Stunde kürzer. Beim Zurückstellen im Oktober wird aus 3:00 Uhr wieder 2:00 Uhr, die Nacht ist eine Stunde länger.
Was ist der Unterschied zwischen Winterzeit und Normalzeit?
Es ist dasselbe — nur heißt es im Gesetz anders. Die gesetzliche Zeit in Deutschland ist die Mitteleuropäische Zeit (MEZ, UTC+1); „Winterzeit“ ist der Alltagsbegriff dafür. Die Sommerzeit (MESZ, UTC+2) ist die Ausnahme, gilt aber mit 210 von 365 Tagen den größeren Teil des Jahres. Die Ausnahme dauert also länger als die Regel.
Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft?
Ein Termin steht nicht fest. Nach einer EU-Konsultation 2018 mit rund 4,6 Millionen Rückmeldungen — etwa 1 % davon für ein Ende — stimmte das Europäische Parlament 2019 dafür, ab 2021 nicht mehr umzustellen. In Kraft treten kann das aber nur, wenn auch der Rat der Mitgliedstaaten zustimmt, und dort liegt der Vorgang seit 7 Jahren ohne gemeinsame Position. Der Streitpunkt ist nicht das Ob, sondern das Was danach: Südeuropäische Staaten wollen dauerhafte Sommerzeit, nördlichere und die meisten Schlafmediziner die Normalzeit. Solange nichts entschieden ist, gilt die Richtlinie 2000/84/EG unverändert weiter.
Warum gibt es die Sommerzeit überhaupt?
Der ursprüngliche Zweck war Energiesparen: 1916 führten das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn die Sommerzeit als erste Staaten der Welt ein, um im Ersten Weltkrieg Kohle für Beleuchtung zu sparen. Die heutige Regelung geht auf die Ölkrise der 1970er zurück. Ob sie noch Energie spart, ist umstritten — Beleuchtung wird gespart, Heizen am kühleren Morgen kostet zusätzlich; das Umweltbundesamt hält den Saldo für vernachlässigbar.
Wie oft wurde seit 1980 umgestellt?
93 Mal — zweimal jährlich seit der Wiedereinführung am 6. April 1980. Damals stellten die Bundesrepublik und die DDR gemeinsam um: Eine getrennte Zeitrechnung wäre mitten durch Berlin verlaufen. Bis 1995 endete die Sommerzeit schon im September, seit 1996 EU-weit einheitlich im Oktober.
Muss ich Uhren im Auto und am Herd selbst umstellen?
Meistens ja. Smartphones, Computer und alle funkuhrgesteuerten Geräte holen sich die Zeit automatisch — das Zeitsignal kommt vom Langwellensender DCF77, der die Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt überträgt. Autoradios ohne Verkehrsfunk-Zeitsignal, Backöfen, Mikrowellen und Armbanduhren ohne Funkempfang bleiben Handarbeit.