Demografie · Zeitreihe · 2019–2025
Einbürgerungen in Deutschland: Entwicklung 2019–2025
332.500 Menschen haben 2025 die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten (noch vorläufig) — mehr als doppelt so viele wie 2020 (109.900). Die beiden Sprünge der Reihe kommen nicht von der Zuwanderung, sondern von Verwaltung und Gesetz: 2020 lagen die Anträge wegen der Pandemie liegen, ab 2023 wirkt die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, die die nötige Aufenthaltsdauer verkürzt und Mehrstaatigkeit generell zulässt. Gezählt werden vollzogene Einbürgerungen, nicht gestellte Anträge.
Erst der Bearbeitungsstau, dann die Reform — die Kurve folgt beidem
Im Berichtsjahr vollzogene Einbürgerungen von Personen mit zuvor ausländischer Staatsangehörigkeit. Wechsle bei Bedarf von der Grafik zur Tabelle mit allen Jahreswerten.
Kurzfassung: Von 128.900 Einbürgerungen im Jahr 2019 auf 332.500 Einbürgerungen im Jahr 2025.
2025 332.500 Einbürgerungen
Tippen oder Pfeiltasten: Wert je Jahr.
| Jahr | Einbürgerungen (Einbürgerungen) |
|---|---|
| 2019 | 128.900 Einbürgerungen |
| 2020 | 109.900 Einbürgerungen |
| 2021 | 131.600 Einbürgerungen |
| 2022 | 168.500 Einbürgerungen |
| 2023 | 200.100 Einbürgerungen |
| 2024 | 291.955 Einbürgerungen |
| 2025 | 332.500 Einbürgerungen |
Gezählt werden vollzogene Einbürgerungen im Berichtsjahr, nicht gestellte Anträge — zwischen Antrag und Urkunde liegen je nach Behörde Monate bis Jahre. Der Wert ist deshalb auch ein Maß für die Bearbeitungskapazität der Einbürgerungsbehörden und nicht allein für die Nachfrage. Die Reihe ist mangels Egress nicht per ETL gezogen; die Werte 2019 bis 2021 sind gegen die Publikation „Tatsachen über Deutschland“ (Auswärtiges Amt) gegengeprüft. Der Wert für 2025 ist ein vorläufiges Ergebnis (Destatis-Pressemitteilung Nr. 186 vom 03.06.2026) und dort auf volle Hundert gerundet — die endgültige Zahl kann davon abweichen.
Wo die Zahl endet
Eine Zahl gilt so weit, wie ihre Quelle reicht.
Zitieren
Sören Striewski: „Einbürgerungen in Deutschland: Entwicklung 2019–2025“. Klarbelegt, Stand 07/2026. https://klarbelegt.de/demografie/einbuergerungen
Der Stand ist der Stand der Daten, nicht der Tag deines Abrufs — deshalb stehen beide da. Wer den Wert selbst übernimmt, zitiert zusätzlich die amtliche Quelle: Sie steht mit Lizenz und Datum unter jeder Tabelle und jeder Grafik dieser Seite.
Warum diese Kurve zweimal springt
Die Reihe zählt die in einem Jahr vollzogenen Einbürgerungen — also Menschen, die im Berichtsjahr die deutsche Staatsangehörigkeit tatsächlich erhalten haben. Nicht gezählt werden gestellte Anträge und nicht gezählt werden Kinder, die durch Geburt in Deutschland ohnehin Deutsche werden.
Die beiden Sprünge der Reihe haben nichts mit Zuwanderung zu tun, sondern mit Verwaltung und Gesetzeslage. Der Einbruch 2020 ist ein Bearbeitungsstau: Die Einbürgerungsbehörden waren in der Pandemie eingeschränkt, die Anträge blieben liegen. Der starke Anstieg ab 2023 folgt der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, die zum 27. Juni 2024 in Kraft trat — sie verkürzte die nötige Aufenthaltsdauer und lässt Mehrstaatigkeit generell zu. Wer die Kurve als Maß für Zuwanderung liest, liest sie falsch.
Zwischen Antrag und Urkunde liegen je nach Behörde Monate bis Jahre; die Jahreszahl misst deshalb immer auch die Bearbeitungskapazität und nicht allein die Nachfrage. Ein Anstieg kann bedeuten, dass mehr Menschen die Voraussetzungen erfüllen — oder dass eine Behörde einen Rückstand abgearbeitet hat. Die Reihe sagt nichts darüber, wie viele Menschen einbürgerungsberechtigt wären, aber keinen Antrag stellen.
Kurz beantwortet
Wie hoch ist der Wert 2025?
Einbürgerungen in Deutschland: 2025 rund 332.500 Einbürgerungen (noch vorläufig, endgültiger Wert folgt). Zu Beginn der Zeitreihe (2019) waren es 128.900 Einbürgerungen.
Warum sind die Einbürgerungen zuletzt so stark gestiegen?
Wegen der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, die am 27. Juni 2024 in Kraft trat. Sie verkürzte die für eine Einbürgerung nötige Aufenthaltsdauer und lässt Mehrstaatigkeit generell zu — vorher mussten die meisten Eingebürgerten ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben. Der Anstieg misst also zuerst eine Rechtsänderung, nicht mehr Zuwanderung.
Warum gab es 2020 einen Einbruch?
Das war ein Bearbeitungsstau, keine geringere Nachfrage. Die Einbürgerungsbehörden arbeiteten in der Pandemie eingeschränkt, Termine und Verfahren verschoben sich. Gezählt wird die vollzogene Einbürgerung — liegt der Antrag im Amt, taucht er in keinem Jahr auf.
Zählt die Statistik Anträge oder erteilte Einbürgerungen?
Erteilte. Erfasst wird, wer im Berichtsjahr die deutsche Staatsangehörigkeit tatsächlich erhalten hat. Zwischen Antrag und Urkunde liegen je nach Behörde Monate bis Jahre — die Jahreszahl ist deshalb immer auch ein Maß für die Bearbeitungskapazität.