Natur & Reisen · Biosphärenreservate

Biosphärenreservate in Deutschland: alle 18

In Deutschland gibt es 18 Biosphärenreservate, davon sind 17 von der UNESCO anerkannt — die Karstlandschaft Südharz ist es nicht. Sie schützen keine unberührte Wildnis, sondern Kulturlandschaften mitsamt den Menschen darin: vom Spreewald über die Rhön bis ins Berchtesgadener Land. Hier stehen alle 18 mit Anerkennungsjahr, Ausgangspunkt, Karte und Google-Maps-Link.

18 Gebietein Deutschland ausgewiesen
17 davon UNESCO-anerkanntDie Karstlandschaft Südharz ist es nicht
Sie schützen keine unberührte Wildnis, sondern Kulturlandschaften mitsamt den Menschen darin — Dörfer, Höfe und Tourismus gehören ausdrücklich dazu. Die meisten liegen in Brandenburg (3).
seit 1979UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“alle 10 Jahre überprüft
Zuletzt anerkannt

Drömling — anerkannt 2023 in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Auf der Karte ansehen →
Karte · Lage und Anfahrt

Alle 18 Biosphärenreservate in Deutschland

Die Form des Markers trägt hier eine Aussage: Kreise sind von der UNESCO anerkannt, die Raute ist es nicht. Ein Klick auf einen Punkt führt zum Steckbrief des Gebiets — mit Anfahrt, Absender und den Nachbarn in Reichweite.

  • UNESCO-anerkannt
  • nur national ausgewiesen
  • Baden-Württemberg · Münsingen, Bad Urach, Hayingen

    Wacholderheiden, Buchenwälder und Streuobst auf der Alb — im Kern der frühere Truppenübungsplatz Münsingen, hundert Jahre lang für die Öffentlichkeit gesperrt.

    UNESCO-anerkannt seit 2009

  • Baden-Württemberg · Schönau im Schwarzwald, Todtnau, Münstertal

    Weidfelder, Bergwiesen und Wälder im Südschwarzwald rund um den Belchen — eine Kulturlandschaft, die von Beweidung lebt.

    UNESCO-anerkannt seit 2017

  • Bayern · Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Ramsau

    Das einzige alpine Biosphärenreservat Deutschlands: vom Talboden bis zum Watzmann, mit dem Nationalpark als Kernzone.

    UNESCO-anerkannt seit 1990

  • Rhön

    1991

    Bayern, Hessen und Thüringen · Wasserkuppe, Oberelsbach, Kaltensundheim

    Das „Land der offenen Fernen“: Bergwiesen, Basaltkuppen und Moore über drei Bundesländer, mitten durch die frühere innerdeutsche Grenze.

    UNESCO-anerkannt seit 19913 Bundesländer

  • Brandenburg · Angermünde, Chorin, Joachimsthal

    Buchenwälder, Seen und Sölle in der Eiszeitlandschaft nordöstlich von Berlin — mit dem Weltnaturerbe-Buchenwald Grumsin als Kern.

    UNESCO-anerkannt seit 1990

  • Brandenburg · Lübbenau, Lübben, Burg

    Ein Binnendelta aus mehreren hundert Fließen, dazu Wiesen, Erlenwälder und die Sorben/Wenden als zweisprachige Bevölkerung.

    UNESCO-anerkannt seit 1991

  • Hamburg · Neuwerk, Scharhörn, Nigehörn

    Das kleinste Biosphärenreservat Deutschlands: die Inseln Neuwerk, Scharhörn und Nigehörn samt Watt — Hamburger Staatsgebiet in der Elbmündung.

    UNESCO-anerkannt seit 1992

  • Mecklenburg-Vorpommern · Zarrentin am Schaalsee, Gadebusch

    Seen, Moore und Knicklandschaft am tiefsten See Norddeutschlands — jahrzehntelang Sperrgebiet an der innerdeutschen Grenze und dadurch erhalten.

    UNESCO-anerkannt seit 2000

  • Mecklenburg-Vorpommern · Putbus, Binz, Göhren

    Steilküsten, Boddenufer, Halbinseln und Seebäder auf engstem Raum — das kleinste Biosphärenreservat Deutschlands.

    UNESCO-anerkannt seit 1991

  • Niedersachsen · Wilhelmshaven, Norden, Wangerooge

    Watt, Inseln und Küstensaum zwischen Ems und Elbe — als Biosphärenreservat gehören auch die bewohnten Inseln dazu.

    UNESCO-anerkannt seit 1992

  • Niedersachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein · Lenzen, Dessau-Roßlau, Hitzacker

    Rund 400 Kilometer Elbe durch fünf Bundesländer — Auwälder, Deiche und Wiesen entlang eines der letzten weitgehend unverbauten großen Flüsse Mitteleuropas.

    UNESCO-anerkannt seit 19795 Bundesländer

  • Rheinland-Pfalz · Lambrecht, Annweiler, Bad Dürkheim

    Das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, grenzüberschreitend mit den französischen Nordvogesen — Buntsandsteinfelsen, Burgen und Weinberge am Rand.

    UNESCO-anerkannt seit 1992grenzüberschreitend

  • Saarland · Blieskastel, Homburg, Gersheim

    Streuobstwiesen, Orchideenrasen und Auen im Südosten des Saarlands — dicht besiedelt und trotzdem artenreich.

    UNESCO-anerkannt seit 2009

  • Sachsen · Malschwitz, Bautzen, Königswartha

    Über tausend Fischteiche, seit dem Mittelalter angelegt, dazwischen Heide, Moor und Kiefernwald — und der einzige deutsche Lebensraum, in dem der Wolf zurückkehrte.

    UNESCO-anerkannt seit 1996

  • Sachsen-Anhalt · Roßla, Stolberg, Uftrungen

    Gipskarst mit Höhlen, Erdfällen und Trockenrasen am Südrand des Harzes — vom Land Sachsen-Anhalt ausgewiesen, aber ohne UNESCO-Anerkennung.

    ohne UNESCO-Anerkennung

  • Sachsen-Anhalt und Niedersachsen · Oebisfelde, Klötze, Wolfsburg

    Ein durchzogenes Niedermoor mit hunderten Kilometern Gräben, „Land der tausend Gräben“ genannt — das jüngste deutsche Biosphärenreservat.

    UNESCO-anerkannt seit 20232 Bundesländer

  • Schleswig-Holstein · Tönning, Hooge, Langeneß

    Watt, Salzwiesen und bewohnte Halligen — hier gehören die Menschen ausdrücklich zum Schutzgebiet, anders als im Nationalpark nebenan.

    UNESCO-anerkannt seit 1990

  • Thüringen · Schmiedefeld am Rennsteig, Suhl, Ilmenau

    Bergwiesen, Fichtenwälder und der Rennsteig — eines der beiden ältesten Biosphärenreservate Deutschlands, hervorgegangen aus dem Vessertal.

    UNESCO-anerkannt seit 1979

⚠ Die Karstlandschaft Südharz ist vom Land ausgewiesen, aber nicht UNESCO-anerkannt — sie zählt deshalb bei „Biosphärenreservate in Deutschland“ mit, bei „UNESCO-Biosphärenreservate“ nicht. Der Kartenpunkt bezeichnet ein Informationszentrum, nicht die Gebietsgrenze; die Gebiete sind in Kern-, Pflege- und Entwicklungszone geteilt.

Grafik · Ländervergleich

Wo die meisten Biosphärenreservate liegen

Brandenburg führt mit 3. Die Balken zeigen Zuordnungen, nicht Gebiete: 3 Gebiete reichen über eine Landesgrenze und zählen bei jedem beteiligten Land mit.

Kurzfassung: Die meisten Biosphärenreservate liegen in Brandenburg (3). Alle Länderzahlen zusammen ergeben 25 statt 18, weil 3 Gebiete in mehreren Ländern liegen.

Brandenburg
3 Gebiete
Mecklenburg-Vorpommern
3 Gebiete
Niedersachsen
3 Gebiete
Sachsen-Anhalt
3 Gebiete
Baden-Württemberg
2 Gebiete
Bayern
2 Gebiete
Schleswig-Holstein
2 Gebiete
Thüringen
2 Gebiete
Hamburg
1 Gebiete
Hessen
1 Gebiete
Rheinland-Pfalz
1 Gebiete
Saarland
1 Gebiete
Sachsen
1 Gebiete
Berlin
0 Gebiete
Bremen
0 Gebiete
Nordrhein-Westfalen
0 Gebiete

⚠ Mehrfachzählung ist Absicht: Die Summe der Balken (25) ist keine Zahl von Gebieten. Länder ohne Balken haben kein Gebiet dieser Art — bei den Stadtstaaten ist das der Regelfall, keine Datenlücke.

Direktsuche · 16 Bundesländern

Wo steht dein Bundesland?

Name eintippen — du bekommst den Wert, den Rang und den Abstand zu Höchst-, Tiefst- und Durchschnittswert. Das Ergebnis lässt sich mit einem Klick teilen.

Alle 16 Bundesländern als Liste

⚠ Gebiete über mehrere Länder zählen bei jedem mit — deshalb ergeben alle Länderzahlen zusammen 25 statt 18.

Mitnehmen · offene Formate

Alle 18 Biosphärenreservate als Datei

Ein Google-Maps-Link öffnet immer nur ein Ziel. Wer alle Gebiete auf einer eigenen Karte will, lädt die Liste hier herunter und importiert sie — in Google My Maps, Organic Maps, QGIS oder eine Tourenplanung.

  • KMLFür Google My Maps: neue Karte anlegen → „Importieren“ → Datei wählen.
  • GeoJSONFür Karten-Software und alles, was offene Geodaten liest.
  • CSVFür Tabellenkalkulation und Reiseplanung.

Wer alle Titel gemeinsam auf einer Karte will — Welterbe, Nationalparks, Biosphärenreservate und Geoparks —, nimmt die gemischte Datei. Dort trägt jede Zeile ihren Titel und ihren Absender, damit die vier Programme unterscheidbar bleiben.

⚠ Bitte die Quellenangabe beim Weiterverwenden mitführen — sie steht in jeder Datei im Beschreibungsfeld bzw. als Kommentarzeile. Die Koordinaten sind Ausgangspunkte, keine Gebietsgrenzen.

Zahlen einordnen

Warum hier Menschen ausdrücklich dazugehören

Was die Zahl zeigt

Alle 18 Biosphärenreservate in Deutschland mit Jahr der UNESCO-Anerkennung, beteiligten Bundesländern und Ausgangspunkt. Das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ sucht Modellregionen für die Frage, wie Wirtschaften und Naturschutz zusammengehen — deshalb sind Dörfer, Höfe, Weinberge und Tourismus Teil des Gebiets und nicht sein Gegenteil.

Wie du sie liest

Jedes Gebiet ist in drei Zonen geteilt: Kernzone ohne Nutzung, Pflegezone mit schonender Nutzung, Entwicklungszone zum Wohnen und Wirtschaften. Wer im Biosphärenreservat wohnt, wohnt fast immer in der Entwicklungszone. Und: „Biosphärenreservat“ und „UNESCO-Biosphärenreservat“ sind nicht dasselbe — die Karstlandschaft Südharz ist von Sachsen-Anhalt ausgewiesen, aber nicht UNESCO-anerkannt. Auf der Karte trägt sie deshalb eine andere Form.

Wo die Grenze liegt

Die Anerkennung ist kein Dauerzustand: Die UNESCO überprüft jedes Gebiet alle zehn Jahre, und Gebiete können den Status verlieren oder zurückgeben. Zur Fläche steht hier nichts, weil die Zonierung jede Einzelzahl erklärungsbedürftig macht — „größtes Biosphärenreservat“ heißt je nach gezählter Zone etwas anderes. Der Kartenpunkt bezeichnet ein Informationszentrum, nicht die Gebietsgrenze.

Und was ist ein Nationalpark? →
Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie viele Biosphärenreservate gibt es in Deutschland?

18 — davon sind 17 von der UNESCO anerkannt. Nicht anerkannt ist die Karstlandschaft Südharz: Sie ist vom Land ausgewiesen, die internationale Anerkennung wird angestrebt. Wer die Gesamtzahl als „UNESCO-Biosphärenreservate“ nennt, zählt deshalb eines zu viel.

Was ist ein Biosphärenreservat überhaupt?

Eine Modellregion des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“. Anders als im Nationalpark geht es nicht darum, den Menschen herauszuhalten, sondern zu zeigen, wie Landwirtschaft, Tourismus und Naturschutz auf derselben Fläche funktionieren. Deshalb liegen Dörfer, Straßen und Betriebe mitten drin.

In welchem Bundesland gibt es die meisten Biosphärenreservate?

In Brandenburg mit 3. Achtung beim Addieren: Gebiete über mehrere Länder zählen bei jedem mit, deshalb ergeben alle Länderzahlen zusammen 25 statt 18. Die Flusslandschaft Elbe allein reicht durch fünf Bundesländer.

Kann ein Biosphärenreservat die UNESCO-Anerkennung verlieren?

Ja. Die UNESCO überprüft jedes Gebiet alle zehn Jahre. Erfüllt es die Kriterien nicht mehr — etwa weil die Kernzone zu klein ist oder die Zonierung nicht umgesetzt wurde —, kann die Anerkennung entzogen werden; Staaten können sie auch zurückgeben.

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