Natur & Reisen · Biosphärenreservate
Biosphärenreservate in Deutschland: alle 18
In Deutschland gibt es 18 Biosphärenreservate, davon sind 17 von der UNESCO anerkannt — die Karstlandschaft Südharz ist es nicht. Sie schützen keine unberührte Wildnis, sondern Kulturlandschaften mitsamt den Menschen darin: vom Spreewald über die Rhön bis ins Berchtesgadener Land. Hier stehen alle 18 mit Anerkennungsjahr, Ausgangspunkt, Karte und Google-Maps-Link.
Drömling — anerkannt 2023 in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.
Auf der Karte ansehen →Alle 18 Biosphärenreservate in Deutschland
Die Form des Markers trägt hier eine Aussage: Kreise sind von der UNESCO anerkannt, die Raute ist es nicht. Ein Klick auf einen Punkt führt zum Steckbrief des Gebiets — mit Anfahrt, Absender und den Nachbarn in Reichweite.
- UNESCO-anerkannt
- nur national ausgewiesen
© GeoBasis-DE / BKG (2026) · dl-de/by-2-0
| Gebiet | Seit | Bundesland | Ausgangspunkt |
|---|---|---|---|
| Schwäbische Alb | 2009 | Baden-Württemberg | Münsingen |
| Schwarzwald | 2017 | Baden-Württemberg | Schönau im Schwarzwald |
| Berchtesgadener Land | 1990 | Bayern | Berchtesgaden |
| Rhön | 1991 | Bayern, Hessen und Thüringen | Wasserkuppe |
| Schorfheide-Chorin | 1990 | Brandenburg | Angermünde |
| Spreewald | 1991 | Brandenburg | Lübbenau |
| Hamburgisches Wattenmeer | 1992 | Hamburg | Neuwerk |
| Schaalsee | 2000 | Mecklenburg-Vorpommern | Zarrentin am Schaalsee |
| Südost-Rügen | 1991 | Mecklenburg-Vorpommern | Putbus |
| Niedersächsisches Wattenmeer | 1992 | Niedersachsen | Wilhelmshaven |
| Flusslandschaft Elbe | 1979 | Niedersachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein | Lenzen |
| Pfälzerwald-Nordvogesen | 1992 | Rheinland-Pfalz | Lambrecht |
| Bliesgau | 2009 | Saarland | Blieskastel |
| Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft | 1996 | Sachsen | Malschwitz |
| Karstlandschaft Südharz | 2009 | Sachsen-Anhalt | Roßla |
| Drömling | 2023 | Sachsen-Anhalt und Niedersachsen | Oebisfelde |
| Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen | 1990 | Schleswig-Holstein | Tönning |
| Thüringer Wald | 1979 | Thüringen | Schmiedefeld am Rennsteig |
Schwäbische Alb
2009Wacholderheiden, Buchenwälder und Streuobst auf der Alb — im Kern der frühere Truppenübungsplatz Münsingen, hundert Jahre lang für die Öffentlichkeit gesperrt.
UNESCO-anerkannt seit 2009
Schwarzwald
2017Weidfelder, Bergwiesen und Wälder im Südschwarzwald rund um den Belchen — eine Kulturlandschaft, die von Beweidung lebt.
UNESCO-anerkannt seit 2017
Das einzige alpine Biosphärenreservat Deutschlands: vom Talboden bis zum Watzmann, mit dem Nationalpark als Kernzone.
UNESCO-anerkannt seit 1990
Rhön
1991Das „Land der offenen Fernen“: Bergwiesen, Basaltkuppen und Moore über drei Bundesländer, mitten durch die frühere innerdeutsche Grenze.
UNESCO-anerkannt seit 19913 Bundesländer
Buchenwälder, Seen und Sölle in der Eiszeitlandschaft nordöstlich von Berlin — mit dem Weltnaturerbe-Buchenwald Grumsin als Kern.
UNESCO-anerkannt seit 1990
Spreewald
1991Ein Binnendelta aus mehreren hundert Fließen, dazu Wiesen, Erlenwälder und die Sorben/Wenden als zweisprachige Bevölkerung.
UNESCO-anerkannt seit 1991
Das kleinste Biosphärenreservat Deutschlands: die Inseln Neuwerk, Scharhörn und Nigehörn samt Watt — Hamburger Staatsgebiet in der Elbmündung.
UNESCO-anerkannt seit 1992
Schaalsee
2000Seen, Moore und Knicklandschaft am tiefsten See Norddeutschlands — jahrzehntelang Sperrgebiet an der innerdeutschen Grenze und dadurch erhalten.
UNESCO-anerkannt seit 2000
Südost-Rügen
1991Steilküsten, Boddenufer, Halbinseln und Seebäder auf engstem Raum — das kleinste Biosphärenreservat Deutschlands.
UNESCO-anerkannt seit 1991
Watt, Inseln und Küstensaum zwischen Ems und Elbe — als Biosphärenreservat gehören auch die bewohnten Inseln dazu.
UNESCO-anerkannt seit 1992
Rund 400 Kilometer Elbe durch fünf Bundesländer — Auwälder, Deiche und Wiesen entlang eines der letzten weitgehend unverbauten großen Flüsse Mitteleuropas.
UNESCO-anerkannt seit 19795 Bundesländer
Das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, grenzüberschreitend mit den französischen Nordvogesen — Buntsandsteinfelsen, Burgen und Weinberge am Rand.
UNESCO-anerkannt seit 1992grenzüberschreitend
Bliesgau
2009Streuobstwiesen, Orchideenrasen und Auen im Südosten des Saarlands — dicht besiedelt und trotzdem artenreich.
UNESCO-anerkannt seit 2009
Über tausend Fischteiche, seit dem Mittelalter angelegt, dazwischen Heide, Moor und Kiefernwald — und der einzige deutsche Lebensraum, in dem der Wolf zurückkehrte.
UNESCO-anerkannt seit 1996
Gipskarst mit Höhlen, Erdfällen und Trockenrasen am Südrand des Harzes — vom Land Sachsen-Anhalt ausgewiesen, aber ohne UNESCO-Anerkennung.
ohne UNESCO-Anerkennung
Drömling
2023Ein durchzogenes Niedermoor mit hunderten Kilometern Gräben, „Land der tausend Gräben“ genannt — das jüngste deutsche Biosphärenreservat.
UNESCO-anerkannt seit 20232 Bundesländer
Watt, Salzwiesen und bewohnte Halligen — hier gehören die Menschen ausdrücklich zum Schutzgebiet, anders als im Nationalpark nebenan.
UNESCO-anerkannt seit 1990
Thüringer Wald
1979Bergwiesen, Fichtenwälder und der Rennsteig — eines der beiden ältesten Biosphärenreservate Deutschlands, hervorgegangen aus dem Vessertal.
UNESCO-anerkannt seit 1979
⚠ Die Karstlandschaft Südharz ist vom Land ausgewiesen, aber nicht UNESCO-anerkannt — sie zählt deshalb bei „Biosphärenreservate in Deutschland“ mit, bei „UNESCO-Biosphärenreservate“ nicht. Der Kartenpunkt bezeichnet ein Informationszentrum, nicht die Gebietsgrenze; die Gebiete sind in Kern-, Pflege- und Entwicklungszone geteilt.
Wo die meisten Biosphärenreservate liegen
Brandenburg führt mit 3. Die Balken zeigen Zuordnungen, nicht Gebiete: 3 Gebiete reichen über eine Landesgrenze und zählen bei jedem beteiligten Land mit.
⚠ Mehrfachzählung ist Absicht: Die Summe der Balken (25) ist keine Zahl von Gebieten. Länder ohne Balken haben kein Gebiet dieser Art — bei den Stadtstaaten ist das der Regelfall, keine Datenlücke.
Wo steht dein Bundesland?
Name eintippen — du bekommst den Wert, den Rang und den Abstand zu Höchst-, Tiefst- und Durchschnittswert. Das Ergebnis lässt sich mit einem Klick teilen.
Alle 16 Bundesländern als Liste
⚠ Gebiete über mehrere Länder zählen bei jedem mit — deshalb ergeben alle Länderzahlen zusammen 25 statt 18.
Alle 18 Biosphärenreservate als Datei
Ein Google-Maps-Link öffnet immer nur ein Ziel. Wer alle Gebiete auf einer eigenen Karte will, lädt die Liste hier herunter und importiert sie — in Google My Maps, Organic Maps, QGIS oder eine Tourenplanung.
- KMLFür Google My Maps: neue Karte anlegen → „Importieren“ → Datei wählen.
- GeoJSONFür Karten-Software und alles, was offene Geodaten liest.
- CSVFür Tabellenkalkulation und Reiseplanung.
Wer alle Titel gemeinsam auf einer Karte will — Welterbe, Nationalparks, Biosphärenreservate und Geoparks —, nimmt die gemischte Datei. Dort trägt jede Zeile ihren Titel und ihren Absender, damit die vier Programme unterscheidbar bleiben.
⚠ Bitte die Quellenangabe beim Weiterverwenden mitführen — sie steht in jeder Datei im Beschreibungsfeld bzw. als Kommentarzeile. Die Koordinaten sind Ausgangspunkte, keine Gebietsgrenzen.
Warum hier Menschen ausdrücklich dazugehören
Alle 18 Biosphärenreservate in Deutschland mit Jahr der UNESCO-Anerkennung, beteiligten Bundesländern und Ausgangspunkt. Das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ sucht Modellregionen für die Frage, wie Wirtschaften und Naturschutz zusammengehen — deshalb sind Dörfer, Höfe, Weinberge und Tourismus Teil des Gebiets und nicht sein Gegenteil.
Jedes Gebiet ist in drei Zonen geteilt: Kernzone ohne Nutzung, Pflegezone mit schonender Nutzung, Entwicklungszone zum Wohnen und Wirtschaften. Wer im Biosphärenreservat wohnt, wohnt fast immer in der Entwicklungszone. Und: „Biosphärenreservat“ und „UNESCO-Biosphärenreservat“ sind nicht dasselbe — die Karstlandschaft Südharz ist von Sachsen-Anhalt ausgewiesen, aber nicht UNESCO-anerkannt. Auf der Karte trägt sie deshalb eine andere Form.
Die Anerkennung ist kein Dauerzustand: Die UNESCO überprüft jedes Gebiet alle zehn Jahre, und Gebiete können den Status verlieren oder zurückgeben. Zur Fläche steht hier nichts, weil die Zonierung jede Einzelzahl erklärungsbedürftig macht — „größtes Biosphärenreservat“ heißt je nach gezählter Zone etwas anderes. Der Kartenpunkt bezeichnet ein Informationszentrum, nicht die Gebietsgrenze.
Kurz beantwortet
Wie viele Biosphärenreservate gibt es in Deutschland?
18 — davon sind 17 von der UNESCO anerkannt. Nicht anerkannt ist die Karstlandschaft Südharz: Sie ist vom Land ausgewiesen, die internationale Anerkennung wird angestrebt. Wer die Gesamtzahl als „UNESCO-Biosphärenreservate“ nennt, zählt deshalb eines zu viel.
Was ist ein Biosphärenreservat überhaupt?
Eine Modellregion des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“. Anders als im Nationalpark geht es nicht darum, den Menschen herauszuhalten, sondern zu zeigen, wie Landwirtschaft, Tourismus und Naturschutz auf derselben Fläche funktionieren. Deshalb liegen Dörfer, Straßen und Betriebe mitten drin.
In welchem Bundesland gibt es die meisten Biosphärenreservate?
In Brandenburg mit 3. Achtung beim Addieren: Gebiete über mehrere Länder zählen bei jedem mit, deshalb ergeben alle Länderzahlen zusammen 25 statt 18. Die Flusslandschaft Elbe allein reicht durch fünf Bundesländer.
Kann ein Biosphärenreservat die UNESCO-Anerkennung verlieren?
Ja. Die UNESCO überprüft jedes Gebiet alle zehn Jahre. Erfüllt es die Kriterien nicht mehr — etwa weil die Kernzone zu klein ist oder die Zonierung nicht umgesetzt wurde —, kann die Anerkennung entzogen werden; Staaten können sie auch zurückgeben.
