Familie & Soziales · Elterngeld · §§ 2, 4 BEEG

Elterngeld: Höhe, Dauer und ElterngeldPlus

Basiselterngeld ersetzt 65 % bis 67 % des Elterngeld-Nettos vor der Geburt — mindestens 300 € und höchstens 1.800 € im Lebensmonat. Wer vorher unter 1.000 € verdient hat, bekommt mehr als 67 %: Die Rate steigt schrittweise an und erreicht bei 340 € und darunter 100 %. Gezahlt wird für 12 Lebensmonate, mit den Partnermonaten für 14; ElterngeldPlus ist die Hälfte davon bei doppelter Laufzeit.

300 €Mindestbetrag im Lebensmonat
1.800 €Höchstbetrag im Lebensmonat
Gerechnet wird auf das Elterngeld-Netto — eine eigene Größe mit pauschalierten Abzügen, die in aller Regel unter dem liegt, was tatsächlich überwiesen wurde.
§ 2 BEEG65 bis 100 % Ersatzrate12 + 2 Lebensmonate
Nicht dein Netto vom Gehaltszettel

Wer vor der Geburt weniger als 1.000 € hatte, bekommt mehr als 67 % — bis zu 100 % bei 340 € und darunter.

Die Rampe, die kaum jemand zeigt ↓
Grafik · Basiselterngeld nach Einkommen

Zwei flache Enden und eine Rampe dazwischen

Unten hält der Mindestbetrag von 300 € den Betrag oben — auch ohne jedes Einkommen vor der Geburt. Oben deckelt der Höchstbetrag von 1.800 € ab rund 2.770 € Elterngeld-Netto. Dazwischen steigt die Kurve, und zwar unterhalb von 1.000 € mit einer höheren Ersatzrate als darüber.

Kurzfassung: Ohne Einkommen vor der Geburt gibt es den Mindestbetrag von 300 €; bei 1.000 € Elterngeld-Netto sind es 670 €, bei 2.000 € 1.300 €, und ab rund 2.770 € bleibt es beim Höchstbetrag von 1.800 €.

Basiselterngeld nach Elterngeld-Netto vor der GeburtOhne Einkommen vor der Geburt gibt es den Mindestbetrag von 300 €; bei 1.000 € Elterngeld-Netto sind es 670 €, bei 2.000 € 1.300 €, und ab rund 2.770 € bleibt es beim Höchstbetrag von 1.800 €.0 €500 €1.000 €1.500 €2.000 €300 €kein Einkommen388 €400 €616 €800 €670 €1.000 €804 €1.200 €975 €1.500 €1.300 €2.000 €1.625 €2.500 €1.800 €3.200 €

⚠ Die Achse zeigt das Elterngeld-Netto, nicht das ausgezahlte Netto — es entsteht aus dem Brutto des Bemessungszeitraums mit pauschalierten Abzügen und liegt regelmäßig darunter. Einkommen wird nur bis 2.770 € berücksichtigt. Nicht abgebildet sind Bemessungszeitraum, Anrechnung von Mutterschaftsgeld und die Sonderregeln für Selbstständige.

Tabelle · Rate und Betrag

Ersatzrate, Basiselterngeld und ElterngeldPlus im Vergleich

Die zweite Spalte ist der eigentliche Punkt: Sie ist nicht konstant. ElterngeldPlus in der vierten Spalte ist immer die Hälfte — dafür doppelt so lange.

Basiselterngeld und ElterngeldPlus nach Elterngeld-Netto vor der Geburt
Elterngeld-NettoErsatzrateBasiselterngeldElterngeldPlusAnmerkung
kein Einkommen100 %300,00 €150,00 €Mindestbetrag greift
400 €97 %388,00 €194,00 €
800 €77 %616,00 €308,00 €
1.000 €67 %670,00 €335,00 €
1.200 €67 %804,00 €402,00 €
1.500 €65 %975,00 €487,50 €
2.000 €65 %1.300,00 €650,00 €
2.500 €65 %1.625,00 €812,50 €
3.200 €65 %1.800,00 €900,00 €Höchstbetrag greift

⚠ Ohne Einkommen vor der Geburt bleibt es beim Mindestbetrag — er ist ein Sockel, kein Prozentsatz. Verdienst du während des Bezugs, wird das gegengerechnet: beim Basiselterngeld voll, beim ElterngeldPlus höchstens bis zur Hälfte des Betrags, der ohne Einkommen zustünde.

Tabelle · die fünf Bausteine

Was sich zum Elterngeld addieren lässt

Basiselterngeld und ElterngeldPlus sind Alternativen, die drei anderen Bausteine kommen obendrauf. Ein Monat Basiselterngeld lässt sich jederzeit in zwei Monate ElterngeldPlus tauschen.

Bausteine des Elterngeldes mit Dauer, Höhe und Rechtsgrundlage
BausteinDauer bzw. VoraussetzungHöheRechtsgrundlage
Basiselterngeld12 Lebensmonate, mit Partnermonaten 14300 € bis 1.800 €§ 2, § 4 BEEG
ElterngeldPlusje Basismonat zwei Monate, also bis 28150 € bis 900 €§ 4a BEEG
Partnerschaftsbonus2 bis 4 zusätzliche ElterngeldPlus-Monate je Elternteil24 bis 32 Wochenstunden nötig§ 4b BEEG
Geschwisterbonussolange ein Geschwisterkind die Altersgrenze nicht überschritten hat10 %, mindestens 75 €§ 2a Abs. 1 BEEG
Mehrlingszuschlagfür jedes weitere Kind aus derselben Geburt300 € (Zwillinge 300 €, Drillinge 600 €)§ 2a Abs. 4 BEEG

⚠ Der Partnerschaftsbonus muss von beiden Elternteilen in aufeinanderfolgenden Monaten eingehalten werden; fällt einer aus dem Stundenkorridor, entfällt er für beide und bereits gezahltes Geld wird zurückgefordert. Die Partnermonate gelten je Geburt, nicht je Kind — bei Zwillingen verdoppeln sie sich also nicht.

Grenzen · § 1 Abs. 8 BEEG

Ab wann es gar kein Elterngeld mehr gibt

Übersteigt das zu versteuernde Einkommen im Kalenderjahr vor der Geburt 175.000 €, entfällt der Anspruch vollständig — es gibt keine gleitende Kürzung, sondern einen harten Schnitt. Die Grenze gilt seit April 2025 einheitlich für Paare und Alleinerziehende; für Geburten davor lag sie bei 200.000 €. Gemeint ist der Betrag aus dem Steuerbescheid nach allen steuerlichen Abzügen, nicht das Bruttoeinkommen — das liegt regelmäßig deutlich darüber.

Für Geburten ab April 2024 gilt außerdem eine zweite Einschränkung, die viele Paare erst beim Antrag bemerkt haben: Basiselterngeld können beide Eltern nur noch 1 Monat lang gleichzeitig beziehen, und auch das nur innerhalb der ersten 12 Lebensmonate. Ausgenommen sind Mehrlingsgeburten, Frühgeburten und Fälle, in denen das Kind schwer krank ist oder eine Behinderung hat. ElterngeldPlus und der Partnerschaftsbonus bleiben davon unberührt — beide dürfen weiterhin parallel bezogen werden.

Zahlen einordnen

Elterngeld einordnen

Was die Zahl zeigt

Die Kurve zeigt das Basiselterngeld als Funktion des Elterngeld-Nettos vor der Geburt — vom Mindestbetrag über die Rampe bis zum Höchstbetrag. Sie ist gerechnet und nicht abgeschrieben: Die Ersatzrate folgt § 2 Abs. 2 BEEG, sinkt oberhalb von 1.200 Euro in Schritten von 0,1 Prozentpunkten je volle 2 Euro auf 65 Prozent und steigt unterhalb von 1.000 Euro nach derselben Mechanik auf bis zu 100 Prozent. Genau diese untere Rampe fehlt in den meisten Übersichten, obwohl dort die Menschen stehen, für die der Betrag am meisten ausmacht.

Wie du sie liest

Die Größe auf der Achse ist das Elterngeld-Netto, nicht der Betrag auf deiner Gehaltsabrechnung. Es entsteht aus dem Brutto des Bemessungszeitraums abzüglich pauschalierter Steuern und Sozialabgaben und liegt in aller Regel darunter — wer die 65 Prozent auf sein ausgezahltes Netto rechnet, kommt zu hoch heraus. Zwei Stellen sind flach: unten der Mindestbetrag von 300 Euro, den auch bekommt, wer vor der Geburt gar nicht erwerbstätig war, und oben der Höchstbetrag von 1.800 Euro, ab dem mehr Einkommen nichts mehr bringt. ElterngeldPlus verdoppelt nicht die Summe, sondern streckt sie: halber Betrag, doppelte Laufzeit — interessant für alle, die in Teilzeit arbeiten, weil das Teilzeiteinkommen den halben Betrag oft nicht aufzehrt.

Wo die Grenze liegt

Diese Seite zeigt die Formel, nicht deinen Bescheid. Nicht abgebildet sind der Bemessungszeitraum und seine Verschiebungen, die Sonderregeln für Selbstständige, die Anrechnung von Mutterschaftsgeld und von Einkommen während des Bezugs, sowie der Umgang mit Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld, die von vornherein außen vor bleiben. Ab einem zu versteuernden Einkommen von 175.000 Euro im Vorjahr entfällt der Anspruch ganz — die Kurve endet dort nicht, sie gilt dann einfach nicht mehr. Und die Beträge selbst stehen seit Einführung des Elterngeldes unverändert bei 300 und 1.800 Euro; ihre Kaufkraft ist damit eine andere als 2007. Maßgeblich ist der Bescheid der Elterngeldstelle.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie viel Elterngeld bekomme ich?

Basiselterngeld ersetzt 65 % bis 67 % deines Elterngeld-Nettos, mindestens 300 € und höchstens 1.800 € im Lebensmonat. Bei einem Elterngeld-Netto von 2.000 € sind das 65 %, also 1.300,00 €. Bei 800 € greift die Geringverdiener-Rampe: 77 % statt 67 %, das sind 616,00 €.

Was ist das Elterngeld-Netto — und warum ist es niedriger als mein Netto?

Es ist eine eigene Rechengröße, kein Betrag von deiner Gehaltsabrechnung. Aus dem Brutto des Bemessungszeitraums werden pauschalierte Steuern, Sozialabgaben und ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag abgezogen — nicht deine tatsächlichen Abzüge. Weil die Pauschalen in der Regel höher greifen, liegt das Elterngeld-Netto meist unter dem, was tatsächlich auf dem Konto landete. Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld bleiben ganz außen vor. Wer die Ersatzrate auf sein ausgezahltes Netto anwendet, rechnet sich deshalb systematisch zu viel aus.

Ab welchem Einkommen gibt es den Höchstbetrag?

Ab einem Elterngeld-Netto von rund 2.770 €. Darüber ändert sich nichts mehr: Das Einkommen vor der Geburt wird ohnehin nur bis 2.770 € berücksichtigt (§ 2 Abs. 1 BEEG), und der Höchstbetrag liegt bei 1.800 €. Umgekehrt gibt es den Mindestbetrag von 300 € auch dann, wenn du vor der Geburt gar kein Einkommen hattest — er ist kein Prozentsatz, sondern ein Sockel.

Wie lange wird Elterngeld gezahlt?

12 Lebensmonate Basiselterngeld, 14 wenn auch der zweite Elternteil mindestens zwei Monate bezieht (Partnermonate). Alleinerziehende bekommen alle 14 allein. Ein Monat Basiselterngeld lässt sich in zwei Monate ElterngeldPlus tauschen — der Betrag halbiert sich, die Laufzeit verdoppelt sich. Für Geburten ab April 2024 gilt zusätzlich: Beide Eltern können Basiselterngeld nur noch 1 Monat lang gleichzeitig beziehen, und nur innerhalb der ersten 12 Lebensmonate.

Was ist der Unterschied zwischen Basiselterngeld und ElterngeldPlus?

ElterngeldPlus ist die Hälfte des Basiselterngeldes, also zwischen 150 € und 900 € — dafür wird es doppelt so lange gezahlt. Unterm Strich kommt dieselbe Summe heraus, verteilt über mehr Monate. Der eigentliche Vorteil liegt bei Teilzeit: Verdienst du während des Bezugs etwas, wird das beim Basiselterngeld voll gegengerechnet, beim ElterngeldPlus aber höchstens bis zur Hälfte des Betrags, der dir ohne Einkommen zustünde. Wer in Teilzeit arbeitet, holt mit ElterngeldPlus deshalb oft mehr heraus.

Was bringt der Partnerschaftsbonus?

2 bis 4 zusätzliche ElterngeldPlus-Monate für jeden Elternteil, wenn beide in dieser Zeit zwischen 24 und 32 Stunden pro Woche arbeiten (§ 4b BEEG). Gemeint ist der Monatsdurchschnitt, und die Monate müssen aufeinanderfolgen. Fällt einer von beiden aus dem Stundenkorridor, entfällt der Bonus für beide — und bereits gezahltes Geld wird zurückgefordert. Alleinerziehende können den Bonus allein in Anspruch nehmen.

Gibt es mehr Geld für Geschwister oder Zwillinge?

Ja, und es sind zwei verschiedene Zuschläge. Der Geschwisterbonus beträgt 10 % des zustehenden Elterngeldes, mindestens aber 75 € beim Basiselterngeld — bei 1.300,00 € also 130,00 €. Der Mehrlingszuschlag beträgt 300 € für jedes weitere Kind aus einer Mehrlingsgeburt — bei Zwillingen also einmal 300 € und nicht zweimal, bei Drillingen 600 €. Die Partnermonate verdoppeln sich bei Mehrlingen dagegen nicht — sie gelten je Geburt, nicht je Kind.

Ab welchem Einkommen entfällt das Elterngeld ganz?

Ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 175.000 € im Kalenderjahr vor der Geburt — einheitlich für Paare und Alleinerziehende, seit April 2025. Für Geburten davor lag die Grenze bei 200.000 €. Gemeint ist das zu versteuernde Einkommen aus dem Steuerbescheid, also der Betrag nach allen steuerlichen Abzügen; das Bruttoeinkommen liegt deutlich darüber. Wird die Grenze überschritten, entfällt der Anspruch vollständig — es gibt keine gleitende Kürzung.

Muss ich Elterngeld versteuern?

Steuern zahlst du darauf nicht, aber es erhöht deinen Steuersatz auf das übrige Einkommen: Elterngeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG). Wer im Bezugsjahr sonst noch Einkünfte hatte, bekommt deshalb oft eine Nachzahlung. Wer Elterngeld bezogen hat, ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, sobald die Leistungen zusammen mehr als 410 Euro betragen — das ist bei Elterngeld praktisch immer der Fall.

Das fragen sich viele als Nächstes

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