Steuern & Abgaben · Rente · § 22 EStG
Rentenbesteuerung: 84,0 % steuerpflichtig bei Rentenbeginn 2026
Steuerpflichtiger Rentenbetrag und Steuerzahlung sind zwei verschiedene Zahlen. Der Grundfreibetrag von 12.348 € gilt für das zu versteuernde Einkommen nach den Abzügen, etwa für Kranken- und Pflegeversicherung — er ist keine Grenze für die Jahresbruttorente.
Rentenlücken-Rechner →Bei Rentenbeginn 2026 beträgt der Besteuerungsanteil 84,0 % — das ist keine Steuerquote. Aus dem übrigen Anteil wird im Kalenderjahr nach dem Rentenbeginn ein fester Rentenfreibetrag in Euro. Regelmäßige Rentenerhöhungen sind danach vollständig steuerpflichtig. Die Staffel erreicht die volle Besteuerung 2058 statt 2040; für 2026 hätte nach altem Recht ein Anteil von 86,0 % gegolten.
Die Vollbesteuerung kommt 2058 statt 2040
Bis 2020 stieg der Besteuerungsanteil um zwei Prozentpunkte je Jahrgang, 2021 und 2022 um einen. Seit dem Wachstumschancengesetz sind es rückwirkend ab 2023 nur noch 0,5 Prozentpunkte. Die zweite Kurve zeigt, wo die Staffel ohne die Reform stünde — für den Jahrgang 2026 sind das 2,0 % Unterschied.
Kurzfassung: Der Besteuerungsanteil steigt von 50 % für den Jahrgang 2005 auf 100 % für den Jahrgang 2058; nach altem Recht wäre er bereits 2040 dort angekommen.
2058 100,0 % vor dem Wachstumschancengesetz: 100,0 %
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geltendes Recht vor dem Wachstumschancengesetz
| Rentenbeginn | geltendes Recht | vor dem Wachstumschancengesetz |
|---|---|---|
| 2005 | 50,0 % | 50,0 % |
| 2006 | 52,0 % | 52,0 % |
| 2007 | 54,0 % | 54,0 % |
| 2008 | 56,0 % | 56,0 % |
| 2009 | 58,0 % | 58,0 % |
| 2010 | 60,0 % | 60,0 % |
| 2011 | 62,0 % | 62,0 % |
| 2012 | 64,0 % | 64,0 % |
| 2013 | 66,0 % | 66,0 % |
| 2014 | 68,0 % | 68,0 % |
| 2015 | 70,0 % | 70,0 % |
| 2016 | 72,0 % | 72,0 % |
| 2017 | 74,0 % | 74,0 % |
| 2018 | 76,0 % | 76,0 % |
| 2019 | 78,0 % | 78,0 % |
| 2020 | 80,0 % | 80,0 % |
| 2021 | 81,0 % | 81,0 % |
| 2022 | 82,0 % | 82,0 % |
| 2023 | 82,5 % | 83,0 % |
| 2024 | 83,0 % | 84,0 % |
| 2025 | 83,5 % | 85,0 % |
| 2026 | 84,0 % | 86,0 % |
| 2027 | 84,5 % | 87,0 % |
| 2028 | 85,0 % | 88,0 % |
| 2029 | 85,5 % | 89,0 % |
| 2030 | 86,0 % | 90,0 % |
| 2031 | 86,5 % | 91,0 % |
| 2032 | 87,0 % | 92,0 % |
| 2033 | 87,5 % | 93,0 % |
| 2034 | 88,0 % | 94,0 % |
| 2035 | 88,5 % | 95,0 % |
| 2036 | 89,0 % | 96,0 % |
| 2037 | 89,5 % | 97,0 % |
| 2038 | 90,0 % | 98,0 % |
| 2039 | 90,5 % | 99,0 % |
| 2040 | 91,0 % | 100,0 % |
| 2041 | 91,5 % | 100,0 % |
| 2042 | 92,0 % | 100,0 % |
| 2043 | 92,5 % | 100,0 % |
| 2044 | 93,0 % | 100,0 % |
| 2045 | 93,5 % | 100,0 % |
| 2046 | 94,0 % | 100,0 % |
| 2047 | 94,5 % | 100,0 % |
| 2048 | 95,0 % | 100,0 % |
| 2049 | 95,5 % | 100,0 % |
| 2050 | 96,0 % | 100,0 % |
| 2051 | 96,5 % | 100,0 % |
| 2052 | 97,0 % | 100,0 % |
| 2053 | 97,5 % | 100,0 % |
| 2054 | 98,0 % | 100,0 % |
| 2055 | 98,5 % | 100,0 % |
| 2056 | 99,0 % | 100,0 % |
| 2057 | 99,5 % | 100,0 % |
| 2058 | 100,0 % | 100,0 % |
Die Kurve gilt für Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, berufsständischen Versorgungswerken und der Basisrente. Betriebsrenten und private Rentenversicherungen folgen anderen Regeln. Keine Steuerberatung.
Was für welchen Jahrgang gilt
Der Freibetrag in der vierten Spalte ist beispielhaft für eine Jahresbruttorente von 24.000 € im Kalenderjahr nach Rentenbeginn gerechnet. Er ist ein Eurobetrag und bleibt bei regelmäßigen Rentenanpassungen unverändert — die Prozentspalte davor sagt nur, wie er zustande kam.
| Rentenbeginn | Steuerpflichtiger Anteil | Steuerfreier Anteil | Freibetrag bei 24.000 € Jahresrente | Anteil nach altem Recht |
|---|---|---|---|---|
| 2005 | 50,0 % | 50,0 % | 12.000 € | 50,0 % |
| 2010 | 60,0 % | 40,0 % | 9.600 € | 60,0 % |
| 2015 | 70,0 % | 30,0 % | 7.200 € | 70,0 % |
| 2020 | 80,0 % | 20,0 % | 4.800 € | 80,0 % |
| 2023 | 82,5 % | 17,5 % | 4.200 € | 83,0 % |
| 2025 | 83,5 % | 16,5 % | 3.960 € | 85,0 % |
| 2026 | 84,0 % | 16,0 % | 3.840 € | 86,0 % |
| 2030 | 86,0 % | 14,0 % | 3.360 € | 90,0 % |
| 2040 | 91,0 % | 9,0 % | 2.160 € | 100,0 % |
| 2050 | 96,0 % | 4,0 % | 960 € | — |
| 2058 | 100,0 % | 0,0 % | 0 € | — |
Maßgeblich ist die Jahresbruttorente des Kalenderjahres nach dem Rentenbeginn — nicht der Teiljahresbetrag des ersten Bezugsjahrs. Der Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 € ist hier noch nicht abgezogen.
Aus 16,0 % steuerfrei werden nach 25 Jahren 5,7 %
Gerechnet mit 4,18 % regelmäßiger Rentenanpassung im Jahr — dem Mittel der tatsächlichen Anpassungen der letzten Jahre. Der Freibetrag von 3.840 € bleibt dabei unverändert stehen. Jede dieser Anpassungen ist vollständig steuerpflichtig, und der steuerfreie Anteil sinkt Jahr für Jahr. Die Fortschreibung ist keine Prognose künftiger Anpassungen oder Steuern.
| Bezugsdauer | Jahresbruttorente | Rentenfreibetrag | Steuerpflichtiger Teil | Davon steuerfrei |
|---|---|---|---|---|
| im Jahr der Festschreibung | 24.000 € | 3.840 € | 20.160 € | 16,0 % |
| nach 5 Jahren | 29.453 € | 3.840 € | 25.613 € | 13,0 % |
| nach 10 Jahren | 36.146 € | 3.840 € | 32.306 € | 10,6 % |
| nach 15 Jahren | 44.358 € | 3.840 € | 40.518 € | 8,7 % |
| nach 20 Jahren | 54.438 € | 3.840 € | 50.598 € | 7,1 % |
| nach 25 Jahren | 66.807 € | 3.840 € | 62.967 € | 5,7 % |
Die Anpassungsrate ist eine Fortschreibung, keine Zusage — sie folgt der Lohnentwicklung und kann höher oder niedriger ausfallen. Die Tabelle zeigt Brutto-Beträge; ob daraus Steuer wird, entscheidet der Grundfreibetrag zusammen mit allen weiteren Einkünften. Keine Steuerberatung.
Wo die Zahl endet
Eine Zahl gilt so weit, wie ihre Quelle reicht.
Zitieren
Sören Striewski: „Rentenbesteuerung: 84,0 % steuerpflichtig bei Rentenbeginn 2026“. Klarbelegt, Stand 08/2026. https://klarbelegt.de/rentenbesteuerung
Der Stand ist der Stand der Daten, nicht der Tag deines Abrufs — deshalb stehen beide da. Wer den Wert selbst übernimmt, zitiert zusätzlich die amtliche Quelle: Sie steht mit Lizenz und Datum unter jeder Tabelle und jeder Grafik dieser Seite.
Ein Anteil ist keine Steuer
Den Besteuerungsanteil für das Jahr, in dem eine Rente erstmals beginnt — nicht für den Geburtsjahrgang. Aus dem steuerfreien Ausgangsanteil wird anhand der Jahresbruttorente des folgenden Kalenderjahrs ein fester Rentenfreibetrag berechnet. Spätere regelmäßige Rentenanpassungen ändern diesen Eurobetrag nicht.
Jahresbruttorente minus festgeschriebener Rentenfreibetrag ergibt den steuerpflichtigen Rentenbetrag. Werbungskosten und abziehbare Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können ihn für die Steuerberechnung weiter mindern. Zusammen mit den übrigen Einkünften und Abzügen entsteht das zu versteuernde Einkommen. Erst darauf wird der Einkommensteuertarif angewandt; der Grundfreibetrag ist keine Grenze für die Bruttorente. Weil der Rentenfreibetrag bei regelmäßigen Anpassungen fest bleibt, wächst der steuerpflichtige Betrag mit jeder solchen Erhöhung.
Die Tabelle gilt für die gesetzliche Rente, berufsständische Versorgungswerke und die Basisrente (Rürup). Betriebs-, Riester- und andere private Renten folgen eigenen Regeln. Bei Teilrenten oder anderen Änderungen außerhalb der regelmäßigen Rentenanpassung kann der Freibetrag angepasst werden; bei Folgerenten aus derselben Versicherung können frühere Rentenlaufzeiten für den Besteuerungsanteil zählen. Die Seite berechnet keine individuelle Steuerlast. Maßgeblich ist dein Einkommensteuerbescheid.
Kurz beantwortet
Wie viel meiner Rente muss ich versteuern?
Bei einer erstmals 2026 beginnenden Rente beträgt der Besteuerungsanteil 84,0 %. Für einen Beginn 2015 nennt die Staffel 70 Prozent. Das heißt aber nicht, dass heute nur 70 Prozent der inzwischen erhöhten Rente steuerpflichtig sind: Der steuerfreie Rest wurde als Eurobetrag festgeschrieben. Regelmäßige Rentenerhöhungen kommen vollständig zum steuerpflichtigen Betrag hinzu.
Heißt das, ich zahle Steuern auf meine Rente?
Nicht automatisch. Im Beispiel mit 24.000 € erster voller Jahresbruttorente und 3.840 € Rentenfreibetrag bleiben 20.160 € steuerpflichtiger Rentenbetrag. Nach dem Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 € sind es 20.058 € — vor weiteren Abzügen mehr als der Grundfreibetrag von 12.348 € im Jahr 2026. Abziehbare Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, andere Einkünfte und gegebenenfalls die gemeinsame Veranlagung mit deinem Ehepartner entscheiden mit über die tatsächliche Steuer.
Was ist der Rentenfreibetrag?
Der steuerfreie Teil als Eurobetrag, berechnet im Kalenderjahr nach dem Rentenbeginn. Bei 24.000 € voller Jahresbruttorente und Rentenbeginn 2026 sind das 3.840 €. Regelmäßige Rentenanpassungen erhöhen ihn nicht. Ändert sich die Rente dagegen etwa durch einen Wechsel zwischen Teil- und Vollrente, kann der Freibetrag angepasst werden.
Warum wird meine Rente über die Jahre stärker besteuert?
Bei regelmäßigen Rentenanpassungen bleibt der Freibetrag als Eurobetrag fest stehen. Die Erhöhungen sind deshalb vollständig steuerpflichtig, und der steuerfreie Anteil der gestiegenen Rente sinkt. Ob tatsächlich mehr Steuer anfällt, hängt auch vom jeweiligen Grundfreibetrag, deinen weiteren Einkünften und Abzügen ab.
Was hat das Wachstumschancengesetz geändert?
Die Geschwindigkeit. Ursprünglich sollte der Besteuerungsanteil je Jahrgang um einen ganzen Prozentpunkt steigen und 2040 bei 100 Prozent ankommen. Seit März 2024 sind es rückwirkend ab 2023 nur noch 0,5 Prozentpunkte; die Vollbesteuerung verschiebt sich damit auf den Jahrgang 2058. Der Grund war die Sorge vor einer verfassungswidrigen Doppelbesteuerung — Beiträge, die aus versteuertem Einkommen stammten, dürfen im Alter nicht ein zweites Mal besteuert werden.
Gilt der Anteil auch für Betriebsrenten und private Renten?
Nein. Die Staffel gilt für die gesetzliche Rente, berufsständische Versorgungswerke und die Basisrente. Betriebsrenten aus Entgeltumwandlung werden in der Regel voll besteuert, private Rentenversicherungen nur mit dem Ertragsanteil, der vom Alter bei Rentenbeginn abhängt. Wer mehrere Quellen hat, hat also mehrere verschiedene Regeln nebeneinander.