Arbeit & Lohn · Arbeitszeit · ArbZG

Arbeitszeitgesetz: 10 Stunden Höchstgrenze, 11 Stunden Ruhe

Die werktägliche Arbeitszeit darf 8 Stunden nicht überschreiten — auf 10 Stunden verlängerbar, wenn im Schnitt über 6 Monate wieder 8 Stunden herauskommen (§ 3 ArbZG). Nach Feierabend stehen dir 11 Stunden ununterbrochene Ruhezeit zu (§ 5), und ab mehr als 6 Stunden Arbeit sind 30 Minuten Pause Pflicht (§ 4).

10 Stunden Höchstgrenze am Tag
11 Stunden Ruhezeit danach
Die Regel sind 8 Stunden je Werktag. Die 10 sind die Ausnahme — und nur zulässig, wenn der Schnitt binnen 6 Monaten wieder stimmt.
§ 3 ArbZG§ 5 ArbZGRegel: 8 Std.
Die Grenze, die zuerst greift

Praktisch bindet meist nicht die Höchstarbeitszeit, sondern die Ruhezeit: 11 Stunden zwischen Feierabend und nächstem Arbeitsbeginn, ununterbrochen.

Was vom Tag übrig bleibt ↓
Grafik · Tagesbilanz

Nach einem 10-Stunden-Tag bleiben 2 Stunden

Arbeit plus Pflichtpause plus 11 Stunden Ruhezeit — der Rest ist der freie Teil des Tages, Arbeitsweg noch nicht abgezogen. Das ist keine Rechtsaussage, sondern die Rechnung hinter der Ruhezeit.

Kurzfassung: Nach einem 6-Stunden-Tag bleiben 7 Stunden frei, nach einem 10-Stunden-Tag nur noch 2.

Verbleibender freier Teil des Tages je Länge des ArbeitstagesNach einem 6-Stunden-Tag bleiben 7 Stunden frei, nach einem 10-Stunden-Tag nur noch 2.0 Std.1,88 Std.3,75 Std.5,63 Std.7,50 Std.7,00 Std.6-Std.-Tag4,50 Std.8-Std.-Tag3,50 Std.9-Std.-Tag2,25 Std.10-Std.-Tag
Tagesbilanz aus Arbeitszeit, Pflichtpause und Ruhezeit
ArbeitstagPflichtpauseRuhezeitbleibt frei
6 Stunden Arbeit0 min11 Std.7 Std.
8 Stunden Arbeit30 min11 Std.5 Std.
9 Stunden Arbeit30 min11 Std.4 Std.
10 Stunden Arbeit45 min11 Std.2 Std.

⚠ Der Arbeitsweg ist nicht abgezogen und zählt in der Regel nicht als Arbeitszeit. Pausen sind keine Arbeitszeit und meist unbezahlt — sie verlängern den Arbeitstag, ohne ihn zu vergüten.

Tabelle · alle Grenzen

Regelfall, Ausnahme und die Bedingung dazu

Jede Ausnahme des Arbeitszeitgesetzes hängt an einer Bedingung. Die zweite Zeile ist eigens markiert: Die Wochenwerte stehen nirgends im Gesetz, sie sind gerechnet.

Grenzen des Arbeitszeitgesetzes im Überblick
GrenzeRegelfallAusnahmeBedingungRechtsgrundlage
Werktägliche Arbeitszeit8 Stunden10 StundenAusgleich auf 8 Stunden binnen 6 Monaten oder 24 Wochen§ 3 ArbZG
Rechnerisch je Woche48 Stunden60 Stunden6 Werktage × Tageswert — steht so nicht im Gesetzgerechnet
Ruhezeit nach Feierabend11 Stunden10 StundenVerkürzung nur in den Bereichen des § 5 Abs. 2, mit Ausgleich binnen eines Monats§ 5 ArbZG
Arbeit ohne Pause am Stück6 Stundenharte Grenze, kein Ausgleich möglich§ 4 ArbZG
Beschäftigungsfreie Sonntage15 im JahrErsatzruhetag binnen 2 Wochen, bei Feiertagsarbeit binnen 8 Wochen§ 11 ArbZG

⚠ Tarifverträge dürfen nach § 7 ArbZG abweichen, auch zuungunsten dieser Werte. Für leitende Angestellte gilt das Gesetz nicht (§ 18), für Jugendliche gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz mit engeren Grenzen.

Pausen · § 4 ArbZG

Ab wann wie viel Pause Pflicht ist

Maßgeblich ist die Arbeitszeit ohne Pausen. Wer genau 6 Stunden arbeitet, hat noch keinen Anspruch — es muss „mehr als“ sein.

Gesetzliche Mindestruhepausen nach Arbeitszeit
Arbeitszeit am TagMindestpauseAufteilungRechtsgrundlage
mehr als 6 bis 9 Stunden30 Minutenin Abschnitten ab 15 Minuten§ 4 Satz 1 ArbZG
mehr als 9 Stunden45 Minutenin Abschnitten ab 15 Minuten§ 4 Satz 1 ArbZG

⚠ Länger als 6 Stunden am Stück ohne Pause zu arbeiten, ist unabhängig von der Gesamtdauer unzulässig. Kürzere Unterbrechungen als 15 Minuten zählen nicht als Ruhepause.

Zahlen einordnen

Die gesetzlichen Arbeitszeitgrenzen einordnen

Was die Zahl zeigt

Die Seite zeigt die vier Grenzen des Arbeitszeitgesetzes, die im Alltag zählen: Höchstarbeitszeit am Tag, Mindestpausen, Ruhezeit zwischen zwei Schichten und die Sonntagsruhe. Es sind Grenzen des öffentlichen Arbeitsschutzes — sie gelten unabhängig davon, was im Arbeitsvertrag steht, und ihre Einhaltung überwacht die staatliche Arbeitsschutzbehörde, nicht das Arbeitsgericht.

Wie du sie liest

Das Gesetz rechnet in Werktagen, und Werktage sind Montag bis Samstag. Die oft zitierten 48 beziehungsweise 60 Wochenstunden stehen deshalb nirgends im Gesetzestext — sie sind sechs mal acht und sechs mal zehn Stunden. Wer an fünf Tagen arbeitet, darf die freigebliebenen Samstagsstunden also grundsätzlich auf die Woche verteilen. Die Zehn-Stunden-Grenze ist außerdem keine Erlaubnis für Dauerbetrieb: Sie steht unter einem Ausgleichszwang, der binnen sechs Monaten oder 24 Wochen wieder auf den Achtstundenschnitt führen muss.

Wo die Grenze liegt

Vier Einschränkungen gehören dazu. Erstens gilt das Gesetz nicht für leitende Angestellte (§ 18) und nicht für Jugendliche — für die greift das Jugendarbeitsschutzgesetz mit engeren Grenzen. Zweitens dürfen Tarifverträge nach § 7 abweichen, auch zuungunsten der hier gezeigten Werte. Drittens ist Bereitschaftsdienst nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs volle Arbeitszeit, Rufbereitschaft in der Regel nicht — wo die Grenze im Einzelfall liegt, entscheidet nicht diese Seite. Und viertens: Wir zeigen die zulässige Höchstarbeitszeit, nicht deine vertragliche. Keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie viele Stunden darf ich am Tag maximal arbeiten?

8 Stunden an einem Werktag, ausnahmsweise 10 Stunden (§ 3 ArbZG). Die Verlängerung ist an eine Bedingung geknüpft: Innerhalb von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen muss der Durchschnitt wieder bei 8 Stunden liegen. Eine dauerhafte Zehn-Stunden-Woche ist damit nicht zulässig.

Wie viele Stunden sind pro Woche erlaubt?

Das Gesetz nennt keine Wochenzahl — es rechnet in Werktagen von Montag bis Samstag. Rechnerisch ergeben sich daraus 48 Stunden im Regelfall (6 × 8) und 60 Stunden in der Spitze (6 × 10). Die zweite Zahl gilt nur vorübergehend, weil der Ausgleichszeitraum sie wieder einfängt.

Wie lange muss die Pause sein?

bei mehr als 6 bis zu 9 Stunden mindestens 30 Minuten, bei mehr als 9 Stunden mindestens 45 Minuten (§ 4 ArbZG). Die Pause lässt sich in Abschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufteilen. Ohne Pause länger als 6 Stunden am Stück zu arbeiten, ist unzulässig. Pausen sind keine Arbeitszeit und in aller Regel unbezahlt — sie verlängern den Arbeitstag also.

Wie viel Ruhezeit muss zwischen zwei Schichten liegen?

11 Stunden ununterbrochen nach Ende der täglichen Arbeitszeit (§ 5 ArbZG). Wer um 22 Uhr Feierabend hat, darf frühestens um 9 Uhr wieder anfangen. In Krankenhäusern, Gaststätten, der Landwirtschaft und einigen weiteren Bereichen ist eine Verkürzung auf 10 Stunden zulässig, wenn sie innerhalb eines Monats ausgeglichen wird.

Was bleibt bei einem Zehn-Stunden-Tag vom Tag übrig?

Rechnerisch 2 Stunden. 10 Stunden Arbeit plus 45 Minuten Pflichtpause plus 11 Stunden Ruhezeit ergeben 22 von 24 Stunden. Der Rest ist der freie Teil des Tages — Weg zur Arbeit noch nicht abgezogen. Das ist keine juristische Aussage, sondern die Rechnung, die hinter der Elf-Stunden-Ruhezeit steht.

Darf ich sonntags arbeiten?

Grundsätzlich nicht (§ 9 ArbZG). § 10 zählt allerdings umfangreiche Ausnahmen auf — Krankenhäuser, Gaststätten, Verkehr, Rettungsdienste, Kultur und weitere. Wo Sonntagsarbeit zulässig ist, sichert § 11 zwei Dinge: mindestens 15 beschäftigungsfreie Sonntage im Jahr und einen Ersatzruhetag innerhalb von zwei Wochen; bei Feiertagsarbeit innerhalb von 8 Wochen.

Zählt der Weg zur Arbeit als Arbeitszeit?

Der reine Weg von zu Hause zum Betrieb in der Regel nicht. Anders sieht es bei Fahrten aus, die während der Arbeit anfallen — Fahrten zwischen Einsatzstellen oder zum Kunden zählen als Arbeitszeit. Bei Beschäftigten ohne festen Arbeitsort hat der Europäische Gerichtshof auch die Fahrt zum ersten und vom letzten Kunden als Arbeitszeit eingestuft. Die Abgrenzung hängt am Einzelfall; das Arbeitszeitgesetz selbst definiert den Begriff nicht.

Das fragen sich viele als Nächstes

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