Rechner · Wohnen & Energie
Heizlast-Rechner
Die Heizlast ist die Leistung, die ein Gebäude am kältesten Tag braucht — und sie entscheidet, wie groß eine Wärmepumpe sein muss. Als Überschlag multipliziert man die beheizte Fläche mit einer spezifischen Heizlast, die vom Gebäudestand abhängt: rund 150 Watt je Quadratmeter im unsanierten Altbau, 70 nach einer Sanierung und 40 im Neubau nach GEG. Bei 140 m² sind das 21 gegen 5,6 Kilowatt — fast das Vierfache. Deshalb gehört die Entscheidung über eine Dämmung VOR die über die Heizung.
Was das Gebäude am kältesten Tag braucht
Neben dem Ergebnis steht, was nach einer Vollsanierung nötig wäre — der Vergleich ist bei dieser Frage die eigentliche Auskunft.
Nur die tatsächlich beheizten Räume. Ein unbeheizter Keller und ein ungedämmter Dachboden zählen nicht mit — sie erhöhen aber die Verluste der angrenzenden Bauteile.
Entscheidend ist der tatsächliche Dämmzustand, nicht das Baujahr allein. Ein Haus von 1960 mit nachträglich gedämmter Fassade und neuen Fenstern gehört in die mittlere oder obere Klasse.
Rund 150 Watt je Quadratmeter bei diesem Gebäudestand — daraus ergibt sich der Richtwert für die Größe einer Wärmepumpe.
| Beheizte Wohnfläche | 140 m² |
|---|---|
| Spezifische Heizlast (unsaniert, vor 1978) | 150 W/m² |
| Heizlast | 21 kW |
| Jahresbedarf bei 1.800 Vollbenutzungsstunden | 37.800 kWh |
| Zum Vergleich nach einer Vollsanierung | 5,6 kW |
| Richtwert für die Wärmepumpe | 21 kW |
Eine Wärmepumpe für 21 kW ist deutlich teurer als eine für 5,6 kW. Wer ohnehin dämmen will, sollte das VOR dem Heizungstausch entscheiden — sonst kauft man eine Anlage für ein Gebäude, das es danach nicht mehr gibt.
⚠ Das ist ein Überschlag und keine Heizlastberechnung. Das genaue Verfahren rechnet raumweise mit Hüllflächen, Wärmebrücken, Lüftungsverlusten und der örtlichen Normaußentemperatur — die reicht von −10 °C an der Küste bis −16 °C in den Mittelgebirgen und verschiebt das Ergebnis erheblich. Für die Auslegung einer Wärmepumpe und für jede Förderung ist eine Berechnung nach Norm durch einen Fachbetrieb nötig; eine zu groß gewählte Anlage taktet und verschleißt, eine zu kleine heizt am kältesten Tag nicht durch. Nicht abgebildet sind außerdem der Warmwasserbedarf, der bei gut gedämmten Gebäuden einen erheblichen Anteil ausmacht, und die Frage, ob die vorhandenen Heizflächen für die niedrigen Vorlauftemperaturen einer Wärmepumpe ausreichen.
Dieselbe Fläche, vier Gebäudezustände
Die Heizlast fällt mit dem Dämmzustand auf ein Viertel — und mit ihr die nötige Anlagengröße und ihr Preis. Kein anderer Faktor wirkt so stark.
| Zustand des Gebäudes | Heizlast |
|---|---|
| unsaniert, vor 1978 | 21 kW Heizlast |
| teilsaniert oder 1978 bis 1994 | 14 kW Heizlast |
| saniert oder ab 1995 | 9,8 kW Heizlast |
| Neubau nach GEG | 5,6 kW Heizlast |
Wo die Zahl endet
Der Rechner rechnet die Formel, nicht deinen Fall.
Zitieren
Sören Striewski: „Heizlast-Rechner“. Klarbelegt. https://klarbelegt.de/rechner/heizlast
Hinter dieser Rechnung steht kein Datensatz und keine amtliche Quelle — zu zitieren ist deshalb nur diese Seite. Die Annahmen, mit denen gerechnet wird, stehen am Rechner.
Warum die Dämmung vor der Heizung entschieden gehört
Die überschlägige Heizlast in Kilowatt als Richtwert für die Auslegung einer Wärmepumpe, dazu den Jahresbedarf und den Vergleichswert nach einer Vollsanierung.
Die Zahl ist ein Produkt aus zwei Größen, und nur eine davon lässt sich ändern. Die Fläche steht fest; die spezifische Heizlast fällt von rund 150 auf 40 Watt je Quadratmeter, wenn ein Gebäude vom unsanierten Altbau auf Neubaustandard kommt. Daraus folgt die praktisch wichtigste Konsequenz: Wer erst die Heizung tauscht und danach dämmt, kauft eine Anlage für ein Gebäude, das es hinterher nicht mehr gibt. Eine Wärmepumpe mit doppelter Leistung kostet nicht nur mehr in der Anschaffung — sie taktet im gedämmten Haus, läuft in ungünstigen Betriebspunkten und verschleißt schneller. Die Reihenfolge Hülle vor Technik ist deshalb keine Ideologie, sondern eine Rechnung.
Dieser Rechner ist ausdrücklich eine Rechenhilfe. Das Normverfahren nach DIN EN 12831 rechnet raumweise und berücksichtigt die örtliche Normaußentemperatur, die zwischen −10 und −16 °C schwankt; allein daraus ergeben sich Abweichungen von zwanzig Prozent und mehr. Nicht enthalten sind der Warmwasserbedarf und die Frage nach den Heizflächen — eine Wärmepumpe braucht niedrige Vorlauftemperaturen, und alte Radiatoren geben die nicht her. Für Auslegung und Förderung ist eine Berechnung durch einen Fachbetrieb nötig.
Kurz beantwortet
Wie groß muss meine Wärmepumpe sein?
So groß wie die Heizlast des Gebäudes, nicht größer. Bei 140 m² unsaniertem Altbau sind das überschlägig 21 kW, nach einer Sanierung noch 9,8 kW. Für die tatsächliche Auslegung ist eine Heizlastberechnung nach Norm nötig — eine zu groß gewählte Anlage taktet, verschleißt schneller und arbeitet ineffizient.
Was ist der Unterschied zwischen Heizlast und Heizbedarf?
Die Heizlast ist eine LEISTUNG in Kilowatt — was das Gebäude am kältesten Tag braucht, und danach wird die Anlage ausgelegt. Der Heizbedarf ist eine ENERGIEMENGE in Kilowattstunden über ein ganzes Jahr, und danach richten sich die Kosten. Der Zusammenhang läuft über die Vollbenutzungsstunden, für die dieser Rechner 1.800 unterstellt.
Lohnt sich Dämmen vor dem Heizungstausch?
In fast allen Fällen ja, und zwar aus einem Grund, der über die eingesparte Energie hinausgeht: Die Dämmung senkt die nötige Anlagenleistung. Wer erst die Wärmepumpe kauft und danach dämmt, hat eine überdimensionierte Anlage — sie taktet, läuft in schlechten Betriebspunkten und hält kürzer. Umgekehrt senkt eine gedämmte Hülle auch die nötige Vorlauftemperatur, und davon hängt die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe unmittelbar ab.
Warum ist das nur ein Überschlag?
Weil die genaue Berechnung nach DIN EN 12831 raumweise vorgeht: Sie erfasst jede Außenfläche mit ihrem U-Wert, rechnet Wärmebrücken und Lüftungsverluste hinzu und setzt die örtliche Normaußentemperatur an. Dieser Rechner nimmt stattdessen einen Erfahrungswert je Quadratmeter. Für eine erste Einschätzung reicht das, für die Auslegung und für jede Förderung nicht — und die Norm selbst dürfen wir hier nicht wiedergeben, sie ist kostenpflichtig.