Rechner · Wohnen & Energie
Wärmepumpe oder Gasheizung? Die Kosten über die ganze Nutzungsdauer
Die Anschaffung entscheidet den Vergleich nicht — der Zeitraum tut es. Eine Wärmepumpe kostet in der Anschaffung ein Mehrfaches eines Gaskessels und im Betrieb einen Bruchteil, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme macht. Bei einem Wärmepumpentarif von 27,75 und einem Gaspreis von 11,63 ct/kWh liegt der Kipppunkt bei einer Jahresarbeitszahl von rund 2,1 — darunter ist die Wärmepumpe im laufenden Betrieb teurer, darüber günstiger. Übliche Anlagen erreichen 3 bis 4.
Was beide Heizungen zusammen kosten
Anschaffung minus Förderung plus Betrieb, Jahr für Jahr mit steigenden Energiepreisen fortgeschrieben — und der Zeitpunkt, ab dem die Wärmepumpe vorn liegt.
Steht auf der Gasabrechnung. Ein unsaniertes Einfamilienhaus braucht 150 bis 200 kWh je Quadratmeter, ein neuer Bau unter 60.
Wärme aus einer Kilowattstunde Strom. Fußbodenheizung im sanierten Haus erreicht 4 und mehr, alte Heizkörper mit hoher Vorlauftemperatur bleiben bei 2,5 bis 3. Das ist die wichtigste Zahl dieses Rechners.
Wärmepumpentarife liegen unter dem Haushaltsstrompreis von 37 ct/kWh, weil sie über einen eigenen Zähler mit reduzierten Netzentgelten laufen. Der Startwert unterstellt rund ein Viertel Abschlag.
Gerät, Einbau und Anpassung des Heizsystems. Was nötig ist — größere Heizkörper, Pufferspeicher, ein neuer Zählerplatz —, hängt am Haus und macht die Spanne aus.
Gefördert werden höchstens die ersten 30.000 € der Investition beim Einfamilienhaus. Der Klimageschwindigkeitsbonus setzt den Austausch einer alten Heizung voraus, der Einkommensbonus ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 40.000 €.
Eine Gasheizung hält 20 bis 25 Jahre, eine Wärmepumpe ähnlich lang. Kürzere Zeiträume begünstigen die günstigere Anschaffung — das ist kein Rechenfehler, sondern der Kern der Frage.
Der CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe steigt weiter und geht ab 2027 in den europäischen Emissionshandel über. Deshalb steht hier üblicherweise ein höherer Wert als beim Strom — belegbar ist keiner von beiden.
Über 20 Jahre kostet die Wärmepumpe 53.820 €, die Gasheizung 89.899 €. Ab Jahr 4 liegt die Wärmepumpe vorn.
| Strombedarf der Wärmepumpe im Jahr | 5.143 kWh |
|---|---|
| Gasbedarf im Jahr | 20.000 kWh |
| Betriebskosten Wärmepumpe im ersten Jahr | 1.577 € |
| Betriebskosten Gasheizung im ersten Jahr | 2.616 € |
| Förderung auf die Wärmepumpe | − 16.500 € |
| Wärmepumpe gesamt über 20 Jahre | 53.820 € |
| Gasheizung gesamt über 20 Jahre | 89.899 € |
| Unterschied | 36.079 € |
Gefördert werden nur die ersten 30.000 € der Investition — die 2.000 € darüber zahlst du ungefördert.
⚠ Anschaffungskosten, Wartungspauschalen und Preissteigerungen sind Annahmen und keine amtlichen Werte — sie stehen deshalb als Eingabefelder da und nicht in der Formel. Amtlich belegt sind nur die Energiepreise als Startwerte. Nicht enthalten sind Zinsen auf ein Finanzierungsdarlehen, ein möglicher Wertzuwachs des Gebäudes, die Kosten einer notwendigen Dämmung sowie das ab 2045 geltende Verbot des Betriebs mit fossilen Brennstoffen (§ 72 GEG).
Dieselbe Anlage, verschiedene Jahresarbeitszahlen
Keine andere Eingabe verschiebt das Ergebnis so stark. Zwischen einem gut gedämmten Haus mit Flächenheizung und einem Altbau mit alten Heizkörpern liegen zwei Wärmepumpen mit demselben Typenschild und verschiedenen Rechnungen.
| Jahresarbeitszahl | Unterschied über den Zeitraum |
|---|---|
| 2,5 — Altbau, Heizkörper | 22.209 € gespart mit Wärmepumpe |
| 3,0 | 30.300 € gespart mit Wärmepumpe |
| 3,5 — üblicher Wert | 36.079 € gespart mit Wärmepumpe |
| 4,5 — Neubau, Fußbodenheizung | 43.785 € gespart mit Wärmepumpe |
Warum der Anschaffungspreis die falsche Zahl ist
Die Summe aller Kosten beider Heizungen über den gewählten Zeitraum: Anschaffung abzüglich Förderung, dazu Energie und Wartung Jahr für Jahr mit steigenden Preisen — und den Zeitpunkt, an dem sich die Kurven kreuzen.
Zwei Zahlen entscheiden fast alles. Die Jahresarbeitszahl bestimmt, wie viel Strom aus dem Wärmebedarf wird; sie hängt an der Vorlauftemperatur und damit am Zustand des Hauses. Und der Abstand der beiden Steigerungsraten bestimmt, wie schnell der Betriebsvorteil wächst. Wer beide gleich setzt und die Förderung auf null stellt, sieht den ungünstigsten Fall für die Wärmepumpe.
Der Rechner beantwortet die Geldfrage und nur sie. Nicht darin stehen: die Frage, ob das Haus ohne Dämmung überhaupt eine gute Jahresarbeitszahl erreicht, der Aufwand einer hydraulischen Anpassung, der Platzbedarf, die Geräuschentwicklung und die Genehmigungslage im Bestand. Er unterstellt außerdem, dass die Gasheizung den ganzen Zeitraum betrieben werden darf — § 72 GEG verbietet den Betrieb mit fossilen Brennstoffen ab 2045, und kommunale Wärmeplanungen können früher greifen.
Kurz beantwortet
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
Es hängt an der Vorlauftemperatur, nicht am Baujahr. Kommt das Haus mit 50 bis 55 Grad aus, erreicht die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl um 3, und die Rechnung geht meist auf. Braucht es 70 Grad, sinkt sie Richtung 2,5 — dann ist der Betrieb bei den heutigen Preisen kaum günstiger als mit Gas. Größere Heizkörper in wenigen Räumen sind oft der billigere Hebel als eine Dämmung.
Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe?
30 Prozent Grundförderung, dazu 20 Prozentpunkte Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch einer alten Heizung, 5 Punkte Effizienzbonus für natürliche Kältemittel oder Erdwärme und 30 Punkte Einkommensbonus bis 40.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen. Zusammen höchstens 70 Prozent — und höchstens auf die ersten 30.000 € Investition beim Einfamilienhaus.
Was ist die Jahresarbeitszahl?
Das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom über ein ganzes Jahr. Eine Jahresarbeitszahl von 3,5 heißt: aus einer Kilowattstunde Strom werden 3,5 Kilowattstunden Wärme. Sie ist nicht mit der COP-Angabe im Datenblatt zu verwechseln — die gilt für einen einzelnen Betriebspunkt im Labor und fällt höher aus.
Ab wann rechnet sich die Wärmepumpe?
Der Rechner nennt das Jahr, in dem die aufsummierten Kosten der Wärmepumpe die der Gasheizung unterschreiten. Mit voller Förderung liegt es meist im einstelligen Bereich, ohne Förderung und bei niedriger Jahresarbeitszahl kann es außerhalb der Nutzungsdauer liegen — dann steht in der Zeile, dass es keinen Schnittpunkt gibt.
Darf ich meine Gasheizung noch reparieren?
Ja. Bestehende Heizungen dürfen weiter betrieben und repariert werden. Erst der Einbau einer neuen Heizung fällt unter die 65-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes, deren Fristen an der kommunalen Wärmeplanung hängen. Ab 2045 ist der Betrieb mit fossilen Brennstoffen nicht mehr zulässig.