Rechner · Geld & Finanzen
Junior-Depot-Rechner
Ein Kind hat eigene Freibeträge, und sie summieren sich: Grundfreibetrag 12.348 €, Sparer-Pauschbetrag 1.000 € und Sonderausgaben-Pauschbetrag 36 € — zusammen 13.384 € Kapitalertrag im Jahr, auf die keine Steuer anfällt. Im Depot der Eltern wären dafür 26,375 % Abgeltungsteuer fällig.
Was im Depot des Kindes steuerfrei bleibt
Der Rahmen gilt nur, solange das Kind sonst nichts verdient — ein Ferienjob verbraucht denselben Grundfreibetrag.
Zinsen, Dividenden, Vorabpauschalen und realisierte Kursgewinne zusammen.
Ferienjob, Ausbildungsvergütung — sie zehren zuerst am Grundfreibetrag.
1.200 € Kapitalertrag bleiben im Depot des Kindes vollständig steuerfrei. Im Depot der Eltern wären dafür 317 € Abgeltungsteuer fällig.
| Grundfreibetrag § 32a EStG | 12.348 € |
|---|---|
| Sparer-Pauschbetrag § 20 Abs. 9 EStG | 1.000 € |
| Sonderausgaben-Pauschbetrag § 10c EStG | 36 € |
| Steuerfreier Rahmen | 13.384 € |
| Kapitalertrag im Jahr | 1.200 € |
| Steuerpflichtig davon | 0 € |
| Steuer im Depot des Kindes | 0 € |
| Ersparnis gegenüber dem Elterndepot | 317 € |
Damit die Bank gar nichts einbehält, braucht das Depot beides: einen Freistellungsauftrag über den Sparer-Pauschbetrag und eine Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt für den Rest. Ohne die NV-Bescheinigung wird die Steuer erst einbehalten und muss über die Steuererklärung zurückgeholt werden.
⚠ Das Depot muss dem Kind wirtschaftlich gehören — das Geld ist geschenkt und steht den Eltern nicht mehr zu. Wer es später für eigene Zwecke zurückholt, riskiert, dass das Finanzamt die Erträge rückwirkend den Eltern zurechnet. Zwei weitere Grenzen hängen an der Höhe der Kapitalerträge und stehen nicht in dieser Rechnung: die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse und, bei volljährigen Kindern in Ausbildung, der Unterhalt. Keine Steuerberatung.
Was das Kinderdepot gegenüber dem Elterndepot spart
Bis zum steuerfreien Rahmen ist die Ersparnis die volle Abgeltungsteuer. Darüber wächst sie nicht weiter — der überschießende Teil wird in beiden Depots gleich besteuert.
| Kapitalerträge im Jahr | Gesparte Steuer |
|---|---|
| 1.000 € | 263,75 € Steuer gespart |
| 5.000 € | 1.318,75 € Steuer gespart |
| 13.000 € | 3.428,75 € Steuer gespart |
| 20.000 € | 3.530,03 € Steuer gespart |
Drei Freibeträge, die übereinanderliegen
Wie viel Kapitalertrag im Depot eines minderjährigen Kindes ohne Steuer bleibt — und wie viel Steuer dieselben Erträge im Depot der Eltern auslösen würden.
Die drei Beträge werden regelmäßig verwechselt, obwohl sie verschiedene Aufgaben haben. Der Sparer-Pauschbetrag hält die Bank vom Steuerabzug ab; dafür braucht es einen Freistellungsauftrag. Der Grundfreibetrag sorgt dafür, dass bei der Veranlagung nichts übrig bleibt; dafür braucht es eine Nichtveranlagungsbescheinigung. Ohne diese beiden Papiere wird die Steuer zunächst einbehalten und muss über die Steuererklärung zurückgeholt werden — der Rahmen ist dann trotzdem da, nur später.
Zwei Schwellen liegen außerhalb der Steuer und werden leicht übersehen. Übersteigt das Gesamteinkommen des Kindes die Grenze der Familienversicherung, wird eine eigene Krankenversicherung fällig — bei studierenden Kindern der teure Fall. Und die Zurechnung des Depots ist kein Formalismus: Wer das Geld später für den eigenen Hauskauf verwendet, hat es steuerlich nie verschenkt.
Kurz beantwortet
Kommt der Rahmen jedes Jahr neu?
Ja. Grundfreibetrag und Sparer-Pauschbetrag gelten je Kalenderjahr und verfallen, wenn sie nicht genutzt werden. Bei einem großen Depot kann es deshalb sinnvoll sein, Gewinne bewusst jedes Jahr in Höhe des Rahmens zu realisieren und sofort wieder anzulegen — die Steuerlast am Ende sinkt, ohne dass sich an der Anlage etwas ändert.
Was ist eine Nichtveranlagungsbescheinigung?
Eine Bescheinigung des Finanzamts, dass für die Person voraussichtlich keine Einkommensteuer anfällt. Sie wird formlos beantragt, gilt in der Regel drei Jahre und wird der Depotbank vorgelegt. Danach behält die Bank auf Kapitalerträge gar nichts mehr ein — auch nicht über den Sparer-Pauschbetrag hinaus.
Kann ich das Geld später zurückholen?
Rechtlich nicht. Mit der Einzahlung auf ein Depot, das auf den Namen des Kindes läuft, ist das Geld verschenkt; ab dem 18. Geburtstag verfügt das Kind allein darüber. Wer sich diese Möglichkeit offenhalten will, spart im eigenen Depot — dann allerdings zu den eigenen Steuerbedingungen.