Rechner · Steuern
Privatier-Rechner: was die Krankenkasse kostet, wenn du vom Depot lebst
Wer ohne Arbeitgeber lebt, zahlt seinen Krankenkassenbeitrag auf die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit (§ 240 SGB V) — auf Kapitalerträge und Mieten genauso wie auf Arbeitseinkommen. Nach unten greift die Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 € im Monat. Wer stattdessen als Beschäftigter pflichtversichert ist, wird nur nach dem Arbeitsentgelt bemessen (§ 226 SGB V); alle anderen Einkünfte bleiben dann beitragsfrei.
Was von der Entnahme wirklich beitragspflichtig ist
Nicht die Entnahme zählt, sondern der realisierte Gewinn darin — und davon nur der Teil, der nach der Teilfreistellung steuerpflichtig bleibt.
Der Bruttobetrag, den du verkaufst — nicht der Gewinn darin.
Wie viel Prozent der verkauften Anteile Kursgewinn sind. Der Rest ist zurückfließendes Kapital und damit kein Einkommen.
Mieten nach Werbungskosten, Betriebsrenten, private Renten — alles, was im Steuerbescheid steht.
Der Orientierungswert des Bundesgesundheitsministeriums liegt 2026 bei 2,9 %. Maßgeblich ist der Satz deiner Kasse.
278,17 € im Monat als freiwillig versicherter Privatier — bemessen auf 1.318,33 €. Mit einer Beschäftigung über der Geringfügigkeitsgrenze wären es rund 2,14 €, weil dann nur das Entgelt zählt.
| Entnahme aus dem Depot | 2.500,00 € |
|---|---|
| davon beitragspflichtig (50 % Gewinn, 30 % Teilfreistellung) | 875,00 € |
| Weitere Einkünfte im Monat | 0,00 € |
| Bemessungsgrundlage | 1.318,33 € |
| Krankenversicherung 14 % | 184,57 € |
| Zusatzbeitrag 2,9 % | 38,23 € |
| Pflegeversicherung 4,2 % | 55,37 € |
| Beitrag als Privatier | 278,17 € |
| Beitrag mit Beschäftigung über 603,00 € | 2,14 € |
| Unterschied im Jahr | 3.312,42 € |
Deine Einnahmen liegen unter der Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 € — gerechnet wird trotzdem daraus.
⚠ Der ermäßigte Beitragssatz ohne Krankengeldanspruch ist voreingestellt — wer Krankengeld will, zahlt den allgemeinen Satz. Ob die Kasse die Teilfreistellung bei Fondsgewinnen mitrechnet, hängt davon ab, wie der Betrag im Einkommensteuerbescheid ausgewiesen ist; im Zweifel schriftlich klären. Der Vergleichswert ist der gesamte Arbeitnehmeranteil aller vier Sozialversicherungszweige, nicht nur Kranken- und Pflegeversicherung — er enthält also auch Renten- und Arbeitslosenversicherung. Keine Rechts- oder Sozialversicherungsberatung.
Beitrag je Höhe der monatlichen Entnahme
Bei 50 % Gewinnanteil und einem Aktien-ETF. Unterhalb der Mindestbemessung ändert sich nichts mehr.
| Entnahme im Monat | Beitrag als Privatier |
|---|---|
| 1.500 € | 278,17 € / Monat |
| 2.500 € | 278,17 € / Monat |
| 4.000 € | 295,40 € / Monat |
| 6.000 € | 443,10 € / Monat |
| 10.000 € | 738,50 € / Monat |
Warum ein Euro über der Minijob-Grenze so viel ändert
Den Monatsbeitrag zur freiwilligen Kranken- und Pflegeversicherung, wenn der Lebensunterhalt aus dem Depot kommt — und daneben denselben Fall mit einer Beschäftigung knapp über der Geringfügigkeitsgrenze.
Der Unterschied kommt nicht aus einem Beitragssatz, sondern aus der Frage, WAS bemessen wird. Bei freiwillig Versicherten zählt die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, bei pflichtversicherten Beschäftigten ausschließlich das Arbeitsentgelt. Kapitalerträge fallen im zweiten Fall vollständig heraus — nicht anteilig, sondern ganz. Ein Minijob genügt dafür nicht: Er löst keine eigene Versicherungspflicht aus, und es bliebe bei der ersten Spalte.
Der Vorrang der Beschäftigung entfällt, wenn daneben eine hauptberufliche Selbstständigkeit ausgeübt wird (§ 5 Abs. 5 SGB V). Die Verwaltung des eigenen Vermögens — Umschichten im Depot, Vermietung eigener Wohnungen — ist keine solche Tätigkeit; gewerblicher Handel oder eigene Angestellte sehr wohl. Der Beitrag wird zunächst vorläufig festgesetzt und nach Vorlage des Steuerbescheids rückwirkend korrigiert. Keine Beratung.
Kurz beantwortet
Zählt die ganze Entnahme als Einkommen?
Nein. Wer Anteile für 3.000 € verkauft und davon 1.500 € Kursgewinn realisiert, hat kein Einkommen von 3.000 € — der eingesetzte Betrag fließt nur zurück. Beitragspflichtig ist der Gewinn, und bei Aktienfonds davon nur der Teil, der nach der Teilfreistellung steuerpflichtig bleibt.
Was ist, wenn ich in einem Jahr gar nichts verdiene?
Dann greift die Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 € im Monat. Auch wer ausschließlich Erspartes aufbraucht, zahlt daraus den Mindestbeitrag — ein Beitrag von null ist in der freiwilligen Versicherung nicht vorgesehen.
Reicht ein Minijob, um die Kapitalerträge zu schützen?
Nein. Ein Minijob bis 603,00 € löst keine eigene Versicherungspflicht in der Krankenversicherung aus — du bleibst freiwillig versichert und wirst weiter nach allen Einkünften bemessen. Erst oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze entsteht die Pflichtversicherung als Beschäftigter.
Warum ist der Beitrag des Beschäftigten so niedrig?
Weil im Übergangsbereich (§ 20 Abs. 2a SGB IV) der Arbeitnehmeranteil an der Untergrenze bei null beginnt und erst zur Obergrenze hin auf den vollen Satz wächst. Bei 610,00 € Monatsentgelt bleiben davon 2,12 € übrig. Den Rest trägt der Arbeitgeber.