Rechner · Geld & Finanzen
Eigenleistungs-Rechner
Die Muskelhypothek wird fast immer zu hoch angesetzt. Gespart wird die Handwerkerstunde, nicht die eigene — und ein Laie braucht für dieselbe Arbeit rund doppelt so lang. Selbst versierte Bauherren kommen erfahrungsgemäß kaum über 20.000 Euro hinaus.
Was die eigene Arbeitszeit als Eigenkapital ersetzt
Drei Posten schrumpfen den Betrag, die in der Küchentisch-Rechnung fehlen: der Zeitfaktor, das teurer eingekaufte Material und die Anmeldung der Helfer bei der Berufsgenossenschaft.
Feierabende, Samstage, Urlaubstage. 600 Stunden entsprechen 15 Wochen Vollzeitarbeit — zusätzlich zum Beruf.
Wie viele deiner Stunden eine Handwerkerstunde ersetzen. Bei geübten Heimwerkern etwa 1,5, bei Ungeübten eher 2,5.
Der Lohnanteil, den du sparst — inklusive Umsatzsteuer, ohne Material.
Einzeln eingekauft zahlst du mehr als der Betrieb kalkuliert hätte. Bei Ausbauhäusern ist das der entscheidende Posten.
Helfer sind bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft anzumelden — auch unentgeltliche.
Regional leicht unterschiedlich, meist zwischen 1,50 € und 2,00 €.
600 eigene Stunden ersetzen bei Faktor 2 rund 300 Handwerkerstunden — anrechenbar bleiben davon 13.150 €. Das sind 15 Wochen Vollzeitarbeit neben dem Beruf.
| Deine Arbeitszeit | 600 Stunden |
|---|---|
| Ersetzte Handwerkerstunden bei Faktor 2 | 300 Stunden |
| Gesparter Handwerkerlohn (55 € je Stunde) | 16.500 € |
| Mehrkosten selbst beschafften Materials | − 3.000 € |
| Beitrag BG BAU für 200 Helferstunden | − 350 € |
| Rechnerische Ersparnis | 13.150 € |
| Anrechenbare Eigenleistung | 13.150 € |
⚠ Der Deckel ist eine Erfahrungsregel, keine Bankvorgabe — welchen Betrag dein Institut anerkennt, entscheidet es selbst, und manche verlangen einen Nachweis über Art und Umfang der Arbeiten. Der Rechner bewertet außerdem nur Geld, nicht Risiko: Fehler an Haustechnik und Installation kosten am Ende mehr, als die Eigenleistung je eingebracht hat.
Anrechenbare Eigenleistung bei 55 € Stundenlohn und Faktor 2
Der Deckel greift früher, als die meisten Planungen annehmen — danach bringt jede weitere Stunde rechnerisch nichts mehr.
| Deine Arbeitszeit | Anrechenbar |
|---|---|
| 200 Stunden | 2.150 € anrechenbar |
| 400 Stunden | 7.650 € anrechenbar |
| 600 Stunden | 13.150 € anrechenbar |
| 900 Stunden | 20.000 € anrechenbar |
| 1.400 Stunden | 20.000 € anrechenbar |
Warum aus 600 Stunden keine 33.000 Euro werden
Den Betrag, den deine Eigenleistung realistisch als Eigenkapital ersetzt — nach Zeitfaktor, Materialmehrkosten und Helferversicherung und begrenzt auf das, was erfahrungsgemäß erreichbar ist.
Die naive Rechnung multipliziert die eigenen Stunden mit dem Handwerkerlohn und kommt bei 600 Stunden auf 33.000 Euro. Drei Korrekturen bleiben davon wenig übrig: Der Zeitfaktor halbiert die anrechenbaren Stunden, weil ein Laie für dieselbe Arbeit länger braucht. Das einzeln eingekaufte Material kostet mehr, als der Betrieb kalkuliert hätte. Und die Helfer müssen versichert werden. Der Deckel von 20.000 Euro fasst zusammen, was Bauexperten in der Praxis beobachten — mehr sparen auch handwerklich versierte Bauherren nur in den seltensten Fällen.
Nicht jede Arbeit eignet sich. Sinnvoll sind Innenausbau, Tapezieren, Bodenbeläge und Malerarbeiten — also alles, was sich in Etappen erledigen lässt und wo ein Fehler nur Zeit kostet. Haustechnik, Elektro- und Sanitärinstallation gehören in Fachhand: Dort geht es um Sicherheit, und wer selbst baut, verliert die Gewährleistung des Betriebs. Nicht abgebildet ist außerdem der größte Risikofaktor überhaupt — die Zeit. Wenn nach einem halben Jahr die Motivation im Freundeskreis nachlässt und das Urlaubskontingent aufgebraucht ist, wird aus der Ersparnis ein Terminproblem und daraus ein Geldproblem.
Kurz beantwortet
Wie viel Eigenleistung erkennt die Bank an?
Das entscheidet jedes Institut selbst, und viele sind zurückhaltender, als Bauherren erwarten. Als Orientierung gilt der hier gesetzte Deckel: Über 20.000 Euro hinaus wird es unglaubwürdig, weil die dafür nötige Arbeitszeit neben einem Vollzeitjob kaum aufzubringen ist. Manche Banken verlangen zusätzlich eine Aufstellung, welche Gewerke du selbst übernimmst.
Warum zählt nicht jede meiner Stunden voll?
Weil du den Handwerkerlohn sparst, nicht deine eigene Zeit. Ein Fachbetrieb verlegt einen Bodenbelag schneller und mit weniger Verschnitt als ein Laie. Der Zeitfaktor bildet das ab: Bei Faktor 2 ersetzen zwei deiner Stunden eine Handwerkerstunde. Geübte Heimwerker kommen auf 1,5, wer eine Technik zum ersten Mal anwendet, eher auf 2,5 oder mehr.
Muss ich Helfer wirklich anmelden?
Ja, auch wenn sie unentgeltlich helfen. Wer auf einer privaten Baustelle mitarbeitet, ist gesetzlich unfallversichert, und der Bauherr muss das Vorhaben bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft anmelden. Wer das unterlässt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro — und im Schadensfall wird es deutlich teurer. Der Beitrag selbst ist mit rund 1,50 bis 2,00 Euro je Helferstunde überschaubar.
Lohnt sich ein Ausbauhaus wegen der Eigenleistung?
Nur, wenn der Preisnachlass die Mehrkosten deutlich übersteigt. Beim Ausbauhaus beschaffst du das Material selbst und zahlst dafür Einzelhandelspreise statt Einkaufskonditionen. Rechne den gewährten Nachlass gegen diese Mehrkosten — bleibt zu wenig übrig, ist es sinnvoller, auf die Eigenleistung zu verzichten und das Eigenkapital über Überstunden oder einen Nebenjob aufzubauen.
Was passiert, wenn ich die Eigenleistung nicht schaffe?
Dann entsteht genau dort eine Lücke, wo keine Reserve mehr ist. Die Eigenleistung ist in der Finanzierung als Eigenkapital eingeplant; fällt sie aus, muss der Betrag nachfinanziert werden — zu den dann geltenden Konditionen und meist ohne Verhandlungsposition, weil der Bau schon läuft. Deshalb die Empfehlung, den Ansatz eher zu niedrig zu wählen und Reserven einzuplanen.