Rechner · Geld & Finanzen
Bereitstellungszins-Rechner
Ein Darlehen, das abgeschlossen, aber noch nicht abgerufen ist, kostet Geld: Nach einer freien Zeit von meist ein bis sechs Monaten verlangt die Bank Bereitstellungszinsen, üblicherweise rund 3 Prozent im Jahr auf den offenen Teil.
Was die Wartezeit bis zur Auszahlung kostet
Beim Bauträger wird nach Baufortschritt abgerufen — dann sinkt der bereitgestellte Betrag Monat für Monat. Beim Grundstückskauf mit späterem Baubeginn liegt dagegen die volle Summe bereit.
Üblich sind ein bis sechs Monate — und das ist der Punkt, an dem sich Verhandeln am meisten lohnt.
Nach 6 freien Monaten kosten dich die restlichen 8 Monate 2.250 €.
| Darlehen | 350.000 € |
|---|---|
| Bauzeit bis zur Vollauszahlung | 14 Monate |
| Freie Zeit | − 6 Monate |
| Zinspflichtige Monate | 8 Monate |
| Durchschnittlich bereitgestellt | 187.500 € |
| Bereitstellungszins (3,00 % pro Jahr) | 2.250 € |
Die freie Zeit ist Verhandlungssache — sie liegt üblicherweise zwischen einem und sechs Monaten und ist der billigste Hebel an diesem Posten.
⚠ Der Abruf nach Baufortschritt ist hier gleichmäßig über die Bauzeit angenommen — real hängt er am Zahlungsplan, und die großen Raten kommen oft früh. Höhe und freie Zeit unterscheiden sich je Bank erheblich und sind verhandelbar; maßgeblich ist dein Darlehensvertrag.
Bereitstellungszinsen bei 350.000 € und sechs freien Monaten
Bis zum sechsten Monat kostet die Wartezeit nichts — danach zählt jeder Monat.
| Monate bis zur Vollauszahlung | Bereitstellungszinsen |
|---|---|
| 6 Monate | 0 € insgesamt |
| 12 Monate | 1.531 € insgesamt |
| 18 Monate | 3.792 € insgesamt |
| 24 Monate | 6.234 € insgesamt |
| 36 Monate | 11.302 € insgesamt |
Der Posten, der in keinem Angebotsvergleich steht
Die Bereitstellungszinsen für die Zeit zwischen Darlehensabschluss und vollständiger Auszahlung, nach Abzug der bereitstellungsfreien Monate.
Der Betrag entsteht aus zwei Größen, die im Angebotsvergleich selten nebeneinanderstehen: dem Satz und der freien Zeit. Eine Bank mit dem günstigeren Sollzins, aber nur einem freien Monat, kann bei einer langen Bauzeit teurer sein als die scheinbar teurere mit sechs freien Monaten. Weil der Effektivzins diese Kosten nicht enthält, fällt der Unterschied beim Vergleich der Angebote nicht auf.
Wann tatsächlich abgerufen wird, entscheidet der Baufortschritt und nicht der Plan — Verzögerungen verlängern genau den Zeitraum, der hier Geld kostet. Der Rechner verteilt den Abruf gleichmäßig; ein Zahlungsplan nach Baufortschritt mit früher Erdarbeiten- und Rohbaurate senkt die Kosten, eine späte Schlussrate erhöht sie. Für den Grundstückskauf mit späterem Baubeginn ist die Variante „komplett am Ende“ die realistischere.
Kurz beantwortet
Ab wann fallen Bereitstellungszinsen an?
Nach Ablauf der bereitstellungsfreien Zeit, die im Darlehensvertrag steht. Üblich sind ein bis sechs Monate ab Vertragsabschluss oder ab Zusage. Danach berechnet die Bank den Satz monatlich auf den Teil des Darlehens, den du noch nicht abgerufen hast.
Kann ich die freie Zeit verhandeln?
Ja, und das ist der wirksamste Hebel an diesem Posten. Eine Verlängerung von drei auf zwölf Monate kostet die Bank wenig und spart dir bei langer Bauzeit vierstellige Beträge. Wer früh finanziert, weil der Zins günstig ist, sollte genau hier nachfassen.
Warum stehen Bereitstellungszinsen nicht im Effektivzins?
Weil der Effektivzins nur die Kosten des ausgezahlten Darlehens abbildet. Bereitstellungszinsen hängen davon ab, wann du abrufst, und das weiß bei Vertragsabschluss niemand. Sie sind deshalb ein eigener Vergleichspunkt und gehören neben Sollzins, Zinsbindung, Tilgung und Sondertilgungsrecht auf die Liste.
Was ist ein Teilauszahlungszuschlag?
Ein Aufschlag, den einige Banken verlangen, wenn das Darlehen in mehreren Raten statt auf einen Schlag ausgezahlt wird — also genau im Normalfall beim Bauen nach Baufortschritt. Die Institute, die ihn noch berechnen, sind klar in der Minderheit, und er lässt sich im Kreditgespräch meist streichen. Frage aktiv danach; er steht selten prominent im Angebot.
Was passiert, wenn sich der Bau verzögert?
Dann verlängert sich genau der Zeitraum, der Geld kostet. Das ist das eigentliche Risiko an diesem Posten: Nicht der Satz ist das Problem, sondern die Dauer, und die entscheidet der Baufortschritt und nicht dein Plan. Wer knapp kalkuliert und ein halbes Jahr Verzug erlebt, zahlt vierstellig nach. Deshalb ist eine lange bereitstellungsfreie Zeit auch eine Absicherung gegen Bauverzug, nicht nur eine Ersparnis.