Rechner · Geld & Finanzen
Zielsummen-Rechner: wie groß das Depot sein muss
Die Zielsumme ist der Jahresbedarf geteilt durch die Entnahmerate — bei 3,5 % also das 28,6-Fache. Entscheidend ist, welchen Jahresbedarf du einsetzt: Aus der Entnahme müssen auch die Abgeltungsteuer auf die realisierten Gewinne und der volle Krankenkassenbeitrag bezahlt werden, und beide fehlen in den amerikanischen Faustregeln.
Vom Monatsbudget zur Zielsumme
Der Aufschlag steht als eigenes Feld da und nicht versteckt in der Formel — er ist die Stellschraube, an der die deutsche Rechnung von der amerikanischen abweicht.
Der Betrag, der nach allen Abgaben zum Leben übrig bleiben soll.
Abgeltungsteuer auf den Gewinnanteil der Entnahme plus Beitrag zur freiwilligen Kranken- und Pflegeversicherung. 20 bis 25 % sind ein realistischer Ausgangswert; der Privatier-Rechner macht daraus eine belegte Zahl.
Die 4-Prozent-Regel stammt aus US-Studien mit 30 Jahren Horizont, vor Steuern und ohne Krankenversicherung. Für einen deutlich früheren Ausstieg rechnen wir konservativer.
Nominal, vor Steuern. Wer real rechnen will, zieht die erwartete Teuerung ab und setzt dann auch das Monatsbudget in heutigem Geld an.
Für 2.500 € im Monat brauchst du bei 3,5 % Entnahme rund 1.045.714 € — das 28,6-Fache deines Bruttobedarfs von 36.600 € im Jahr.
| Bedarf im Jahr, netto | 30.000 € |
|---|---|
| Aufschlag für Steuern und Krankenversicherung (22 %) | 6.600 € |
| Zu entnehmen im Jahr, brutto | 36.600 € |
| Entnahmerate 3,5 % entspricht dem | 28,6-Fachen |
| Zielsumme | 1.045.714 € |
| Bereits vorhanden | − 100.000 € |
| Es fehlt noch | 945.714 € |
| Erreicht in | 20 Jahre und 4 Monate |
⚠ Eine Entnahmerate ist keine Zusage, sondern eine historische Erfolgsquote — und zwar für US-Renditereihen über 30 Jahre. Wer mit 45 aussteigt, plant 40 bis 50 Jahre; dafür sind diese Quoten nicht erhoben worden. Der Rechner bildet weder das Renditereihenfolge-Risiko ab (mehrere schwache Jahre gleich zu Beginn) noch spätere Renten, Erbschaften oder Immobilien. Er ist keine Anlageberatung.
Zielsumme je Monatsbudget
Bei 3,5 % Entnahme und 22 % Aufschlag für Steuern und Krankenversicherung.
| Budget im Monat | Nötiges Kapital |
|---|---|
| 1.500 € | 627.429 € Zielsumme |
| 2.000 € | 836.571 € Zielsumme |
| 2.500 € | 1.045.714 € Zielsumme |
| 3.000 € | 1.254.857 € Zielsumme |
| 4.000 € | 1.673.143 € Zielsumme |
Warum die 4-Prozent-Regel hier zu optimistisch ist
Das Kapital, aus dem sich ein bestimmtes Monatsbudget dauerhaft entnehmen lässt, und die Zeit, die bis dahin bei der eingegebenen Sparrate vergeht.
Zwei Zahlen bewegen das Ergebnis stärker als alle anderen: die Entnahmerate und der Aufschlag. Ein halber Prozentpunkt weniger Entnahme erhöht die Zielsumme um rund ein Sechstel; die Steuern und der Krankenkassenbeitrag, die in den US-Studien nicht vorkommen, schlagen noch einmal ein gutes Fünftel drauf. Wer beides ignoriert, plant mit einem Depot, das rund ein Drittel zu klein ist.
Die Rechnung unterstellt eine gleichbleibende Rendite. Genau das trifft nie zu, und der Unterschied ist nicht symmetrisch: Mehrere schwache Jahre gleich zu Beginn der Entnahme kann ein Depot nicht mehr aufholen, weil in der Talsohle Anteile verkauft werden. Dagegen hilft keine andere Zielsumme, sondern eine flexible Entnahme — in schwachen Jahren weniger, in starken mehr. Keine Anlageberatung.
Kurz beantwortet
Woher kommt die 4-Prozent-Regel?
Aus zwei US-Arbeiten: William Bengen prüfte 1994 an Marktdaten ab 1926, welche inflationsindexierte Entnahme 30 Jahre durchhält, die Trinity-Studie bestätigte das 1998 für Portfolios mit hoher Aktienquote. Beide rechnen vor Steuern, ohne Krankenversicherung und mit 30 Jahren Horizont.
Warum rechnet ihr mit weniger als 4 Prozent?
Weil zwei Dinge dazukommen, die in den Studien fehlen. Erstens der Horizont: Wer mit 45 aufhört, braucht 40 bis 50 Jahre statt 30. Zweitens die deutschen Abgaben: Abgeltungsteuer und Krankenkassenbeitrag müssen aus derselben Entnahme kommen. Das sind unsere Anpassungen, keine Studienergebnisse — deshalb stehen sie als Eingabefelder da.
Was bedeutet der Multiplikator?
Den Kehrwert der Entnahmerate. Bei 4 % ist es das 25-Fache der Jahresausgaben, bei 3,5 % das 28,6-Fache, bei 3 % das 33,3-Fache. Der Sprung von 4 auf 3 Prozent kostet ein Drittel mehr Kapital — das ist der Preis der zusätzlichen Sicherheit.
Zählt die gesetzliche Rente mit?
Nicht in diesem Rechner. Sie beginnt später und senkt den Kapitalbedarf ab dem Rentenbeginn erheblich — wer sie einrechnet, braucht das Depot nur für die Jahre bis dahin in voller Höhe. Beitragsjahre verfallen auch bei einem frühen Ausstieg nicht.