Rechner · Geld & Finanzen

Fondskosten-Rechner

Ein Prozentpunkt laufende Kosten frisst über dreißig Jahre rund ein Sechstel des Endvermögens. Das liegt nicht an den Gebühren selbst — sie machen nur die kleinere Hälfte aus —, sondern daran, dass jeder abgezogene Euro für den Rest der Laufzeit nichts mehr erwirtschaftet.

Dieselbe Rendite, zwei Kostenquoten

Die Bruttorendite ist in beiden Fällen gleich — nur die laufenden Kosten unterscheiden sich. Genau so vergleichen sich ein Welt-ETF und ein aktiv gemanagter Fonds mit demselben Anlageziel.

Die Bruttorendite der Anlage — die Kosten zieht der Rechner selbst ab.

Breite Welt-ETFs liegen zwischen 0,07 und 0,25 Prozent.

Aktiv gemanagte Aktienfonds liegen meist zwischen 1,5 und 2,5 Prozent.

Unterschied am Ende
74.573€ Unterschied

Bei 6,0 % Bruttorendite und 30 Jahren stehen am Ende 290.025 € gegen 215.452 €. Die 1,6 Prozentpunkte Kostenunterschied kosten 74.573 € — 25,7 % des Vermögens.

Aufschlüsselung des Ergebnisses
Eingezahlt insgesamt108.000 €
Endkapital bei 0,20 % Kosten290.025 €
Endkapital bei 1,80 % Kosten215.452 €
Unterschied74.573 €
davon gezahlte Gebühren40.071 €
davon entgangener Zinseszins34.501 €
Anteil am Endkapital des günstigeren Produkts25,7 %

⚠ Die laufende Kostenquote ist nicht alles: Ausgabeaufschläge, Transaktionskosten innerhalb des Fonds und Depotgebühren kommen hinzu und stecken in keiner TER. Eine konstante Rendite über Jahrzehnte ist eine Rechenannahme, keine Prognose. Steuern sind hier nicht abgezogen — dafür ist der Vorabpauschale-Rechner zuständig.

Beispiele · gerechnet

Was 1,6 Prozentpunkte Kostenunterschied je Laufzeit kosten

Bei 300 € im Monat und 6 % Bruttorendite. Der Unterschied wächst nicht linear, sondern beschleunigt — deshalb ist die Produktwahl am Anfang die folgenreichste Entscheidung.

Was 1,6 Prozentpunkte Kostenunterschied je Laufzeit kosten
LaufzeitUnterschied am Ende
10 Jahre4.008 € Unterschied
20 Jahre22.932 € Unterschied
30 Jahre74.573 € Unterschied
40 Jahre193.854 € Unterschied
Zahlen einordnen

Warum die Gebührensumme die kleinere Hälfte ist

Was die Zahl zeigt

Das Endkapital desselben Sparplans unter zwei Kostenquoten — und die Differenz, aufgeteilt in tatsächlich gezahlte Gebühren und den Zinseszins, der auf diese Gebühren nicht mehr entstanden ist.

Wie du sie liest

Die interessante Zeile ist nicht die Gebührensumme, sondern die darunter. Wer über dreißig Jahre 30.000 € an Gebühren zahlt, verliert nicht 30.000 €: Jeder in Jahr 3 abgezogene Euro hätte bis zum Ende noch 27 Jahre gearbeitet. Deshalb ist der entgangene Zinseszins bei langen Laufzeiten größer als die Gebühren selbst — und deshalb wirkt eine Kostenquote ganz anders als ein einmaliger Aufschlag.

Wo die Grenze liegt

Der Rechner unterstellt, dass beide Produkte dieselbe Bruttorendite erzielen. Das ist die entscheidende Annahme, und sie ist zugunsten des teuren Produkts gesetzt: Ein aktiv gemanagter Fonds müsste seine Mehrkosten erst verdienen, bevor er gleichzieht. Ob ihm das gelingt, sagt diese Rechnung nicht — sie sagt nur, wie hoch die Hürde ist.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Was steckt in der TER — und was nicht?

Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio) enthält Verwaltungsvergütung, Depotbankgebühr und laufende Betriebskosten des Fonds. Nicht enthalten sind Ausgabeaufschläge beim Kauf, die Handelskosten des Fonds beim Umschichten und die Gebühren deines Brokers. Die TER ist also eine Untergrenze der tatsächlichen Kosten, keine vollständige Rechnung.

Warum wirkt eine Kostenquote stärker als ein Ausgabeaufschlag?

Ein Ausgabeaufschlag von 5 Prozent trifft die Einzahlung einmal. Eine Kostenquote von 1,5 Prozent trifft jedes Jahr das gesamte Vermögen — und das wächst. Im dreißigsten Jahr wird sie auf ein Vielfaches dessen berechnet, was in den ersten Jahren im Depot lag. Über lange Laufzeiten ist die laufende Quote deshalb fast immer der größere Posten.

Gilt das auch für Versicherungsmäntel und Robo-Advisor?

Ja, und dort liegen die Quoten übereinander: Die Fondskosten laufen weiter, und die Mantel- oder Verwaltungsgebühr kommt obendrauf. Rechne beide zusammen in ein Feld. Ob sich das lohnt, hängt daran, ob der Mantel einen Steuervorteil bringt, der die Zusatzkosten überkompensiert — das rechnet der Fondspolicen-Rechner aus.

Das fragen sich viele als Nächstes

Rechenstand

Prüfe die Grundlage deiner Rechnung.

Beträge und Regeln können sich ändern. Im Daten-Status siehst du Quelle, Stand und den nächsten Prüftermin. Datenstand des Rechners prüfen · RSS-Feed